Maas: Rückholung aus Haupturlaubsgebieten weitgehend abgeschlossen

epd-bild/Christian Ditsch Deutsche aus Chile, Litauer aus Indonesien und Polen aus dem Sudan: Die EU-Staaten holen wegen des Coronavirus ihre Bürger heim. Es geht um Zehntausende, die es erst einmal zum jeweiligen Flughafen schaffen müssen.

23.03.2020

Die wegen der Corona-Krise gestartete Rückholung von Deutschen aus den Haupturlaubsgebieten ist laut Außenminister Heiko Maas (SPD) weitestgehend abgeschlossen. Man habe 120.000 Reisende zurückbringen können, sagte Maas am Montag in Berlin. Jetzt gehe es um Deutsche in weiter entfernten Ländern wie Chile, Gambia und Neuseeland. Dies sei logistisch "deutlich komplizierter", machte Maas klar.

Man versuche, über die Botschaften und den Krisenstab "diese Leute zusammenzubringen und dafür zu sorgen, dass sie rechtzeitig am Flughafen sind", beschrieb Maas die Situation. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erläuterte am Montag in Berlin, man komme nun zu Ländern, "in denen es schwieriger wird". Dort sei der Reiseverkehr so eingeschränkt, dass es bereits Probleme bereite, die Deutschen zum Flughafen zu bringen.

Rückholaktion verläuft auf zwei Ebenen

Die Rückholaktion verläuft laut Maas auf zwei Ebenen. Zum einen unterstützt die Bundesregierung private Reiseanbieter, wenn sie ihre Kunden mit ihren eigenen Flügen zurückbringen wollen. Hier gehe es etwa um Landegenehmigungen oder Überflugsrechte. Auf einer zweiten Ebene hat die Regierung selbst Flugzeuge gechartert, insbesondere bei der Lufthansa, bei Condor und TUI.

Maas geht davon aus, das sich vor Anlaufen der Rückholungen insgesamt über 200.000 deutsche Touristen im Ausland befanden und wieder nach Deutschland wollten. Im Schnitt kommen der Sprecherin des Auswärtigen Amtes zufolge derzeit rund 10.000 deutsche Urlauber pro Tag zurück. 40 Charterflüge habe es bislang gegeben, weitere 35 seien "in der Pipeline".

Bürger mehrerer EU-Länder an Bord

Maas hatte das Thema am Montagmorgen auch per Videokonferenz mit seinen europäischen Amtskollegen besprochen. Man öffne Flüge, wo es freie Kapazitäten gebe, für Bürger anderer EU-Staaten, sagte Maas. "Wir geben dort die Daten unserer Flugbewegungen an, umgekehrt tun das auch andere Länder, so kann man das besser organisieren und sich gegenseitig helfen."

Rückholaktionen mit Bürgern mehrerer EU-Länder an Bord finden laut EU-Kommission bereits statt und sind auch künftig vorgesehen. So erklärte ein Sprecher in Brüssel, Lettland plane die Repatriierung von EU-Bürgern aus Georgien und Litauen aus Indonesien. Tschechien werde Flüge unter anderem aus Vietnam und von den Philippinen organisieren und Polen unter anderem aus dem Sudan und Nepal.

Flugbetrieb laufe "unauffällig"

Die Lufthansa und ihre Tochter-Airlines haben in der Corona-Krise nach eigenen Angaben bisher rund 40.000 Bürger in Rückholaktionen nach Europa geflogen. Rund 16.000 von ihnen seien durch die Lufthansa befördert worden, diese seien vornehmlich deutsche Staatsbürger, teilte ein Konzernsprecher am Montag in Frankfurt am Main auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit.

Auch die Konzerntöchter Swiss, Austrian Airlines, Eurowings, Brussels Airlines und Edelweiss waren demnach an den insgesamt bisher 230 Flügen nach Deutschland, Österreich, Belgien und in die Schweiz beteiligt. Sie holten Menschen beispielsweise aus Palma de Mallorca, Kairo oder Manila zurück. Derzeit seien 50 weitere Flüge geplant, die jeweils im Auftrag von nationalen Regierungen oder Touristikunternehmen stattfänden, erklärte der Sprecher. Der Flugbetrieb laufe "unauffällig".