Fünf Jahre Jemen-Krieg: Viele Kinder depressiv

24.03.2020

Die Kinder im Jemen haben nach fünf Jahren Krieg schwere psychische Schäden erlitten. "Angst, Trauer und Verlust - diese Gefühle bestimmen nach einem halben Jahrzehnt Krieg eine Kindheit im Jemen", erklärte die Vorstandsvorsitzende von "Save the Children" Deutschland, Susanna Krüger. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Kinderhilfswerks zeigen über die Hälfte der Mädchen und Jungen Anzeichen einer Depression, fast jedes fünfte Kind hat andauernd Angst. Am 26. März jährt sich der Beginn des Jemen-Krieges zum fünften Mal.

Prekäre Ernährungslage

"Die Kinder, mit denen wir gesprochen haben, spielen nicht mehr im Freien. Sie nässen sich ein, wenn sie Flugzeuge über sich hören", sagte Krüger. Seit Dezember 2017 wurden dem Kinderhilfswerk zufolge mindestens 2.047 Mädchen und Jungen getötet oder verstümmelt. Die Ernährungslage von 10,3 Millionen Kindern sei unsicher, 2,1 Millionen von ihnen seien akut unterernährt. Wegen der schlechten Lebensbedingungen und Gesundheitsversorgung seien in den vergangenen drei Jahren 1,2 Millionen Kinder an Cholera, Diphtherie oder Dengue-Fieber erkrankt.

"Wir können unter keinen Umständen zulassen, dass dieser Krieg gegen Kinder weitergeht", betonte Krüger. Das Kinderhilfswerk fordere alle Konfliktparteien auf, eine politische Lösung des Konflikts zu finden. Für die Studie hat "Save the Children" mehr als 1.250 Kinder, Eltern und Betreuer befragt.

Im Jemen kämpfen die Regierung und eine Militärkoalition unter Führung von Saudi-Arabien gegen die Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. 80 Prozent der rund 24 Millionen Jemeniten brauchen humanitäre Hilfe und Schutz. Die UN bezeichnen den Konflikt derzeit als die größte humanitäre Krise weltweit, mehr als 10.000 Menschen wurden getötet.