WHO: Tuberkulose ist Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen

24.03.2020

Die Tuberkulose ist laut den Vereinten Nationen die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen. Im Jahr 2018 seien rund 1,5 Millionen Menschen an dem Leiden gestorben, warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages am Dienstag.

Die aktuelle Corona-Pandemie zeige drastisch, wie gefährdet Menschen mit Lungenerkrankungen und schwachen Immunsystemen seien, betonte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die bakterielle Ansteckungskrankheit Tuberkulose befällt vor allem die Lunge.

Gefahr durch Corona

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) befürchtet, dass die Corona-Pandemie die Zahl der Tuberkulose-Toten erhöhen wird. "Für Millionen von Tuberkulose-Betroffenen stellt Corona eine extreme Gefahr dar, weil ihre Lungen aufgrund der Erkrankung vorgeschädigt sind, ihre Grundkonstitution armutsbedingt schlecht ist und es ihnen an Zugängen zu adäquater Gesundheitsversorgung fehlt", erklärte Burkard Kömm, DAHW-Geschäftsführer.

In Asien und Afrika seien es vor allem Tuberkulose-Kranke, für die eine Corona-Infektion sehr wahrscheinlich tödlich enden werde. Pro Jahr infizieren sich den WHO-Angaben nach rund zehn Millionen Menschen mit Tuberkulose, die früher als Schwindsucht bekannt war. Die WHO gab neue Empfehlungen im Kampf gegen die Krankheit. So sollten Haushaltsmitglieder von TB-Infizierten präventiv behandelt werden.

Die DAHW betonte, dass Tuberkulose heilbar sei, wenn sie mit einem Mix aus vier Antibiotika behandelt werde, der mindestens sechs Monate eingenommen werden muss. Da viele Patienten aber die Einnahme vorzeitig beendeten, entstünden Medikamenten-Resistenzen, die eine Diagnose und Behandlung deutlich komplizierter, langwieriger und teurer machten. Ein Grund für die vorzeitige Beendigung von Therapien ist der Mangel an Medikamenten.