Bundesregierung setzt Abschiebungen in andere EU-Staaten aus

24.03.2020

Wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Dienstag in Berlin erklärte, wurde "zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie und zur Verhinderung weiterer Infektionsketten innerhalb der EU" das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) angewiesen, "alle Dublin-Überstellungen von und nach Deutschland bis auf Weiteres vorübergehend auszusetzen". Diese Anordnung gilt den Angaben zufolge ab sofort. In den vergangenen Tagen hätten mehrere EU-Mitgliedstaaten derartige Überstellungen bereits ausgesetzt und geplante Termine dafür storniert.

Einheitliches europäisches Vorgehen

Das Bamf werde die anderen Mitgliedstaaten umgehend über diese Entscheidung informieren. Das Bundesinnenministerium will laut Sprecherin die EU-Kommission darum bitten, ein einheitliches europäisches Vorgehen zu koordinieren, damit bereits geplante Überstellungen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden könnten. Auch der Familiennachzug solle zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Die sogenannten Dublin-Regelungen sehen vor, dass der Ersteinreisestaat eines Flüchtlings für dessen Verfahren und Versorgung zuständig ist.