Bedford-Strohm: Eucharistische Gastfreundschaft noch nicht bis 2021

epd-bild / Norbert Neetz Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland ist in der Ökumene optimistisch, erwartet jedoch keine schnelle Klärung beim Abendmahl.

25.03.2020

Nach Meinung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, wird es 2021 auf dem Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt noch keine wechselseitige Abendmahlsteilnahme von Katholiken und Protestanten geben. "Nach dem gegenwärtigen Stand wird es zu dieser wechselseitigen eucharistischen Gastfreundschaft noch nicht kommen", sagte Bedford-Strohm dem Evangelischen Pressedienst (epd).

"Bischof Bätzing ist ein Mann der Ökumene"

Von der Wahl des Limburger Bischofs Georg Bätzing an die Spitze der katholischen Deutschen Bischofskonferenz erwartet er sich eine weitere gute Zusammenarbeit. Es sei ein starkes Zeichen, dass Bätzing an die Spitze der Bischofskonferenz gewählt worden sei und ein ermutigendes Signal. "Bischof Bätzing ist ein Mann der Ökumene", sagte Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist. Bätzing habe zusammen mit evangelischen und katholischen Theologen das Papier zur wechselseitigen Teilnahme am Abendmahl mitverfasst. Das mache Hoffnung darauf, dass es tatsächlich zu wechselseitiger Gastfreundschaft kommt und Protestanten und Katholiken irgendwann ein gemeinsames Abendmahl feiern können.

Bätzing hatte Anfang März den Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender der Bischofskonferenz abgelöst. Marx hatte nach einer Amtszeit entschieden, sich nicht erneut wählen zu lassen. Marx und Bedford-Strohm verbindet spätestens seit dem Reformationsjubliäumsjahr 2017 eine Freundschaft.

Das Papier des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen wurde im vergangenen Jahr vorgestellt. Die Theologinnen und Theologen schlagen darin vor, dass evangelische und katholische Christen am Abendmahl der jeweils anderen Konfession teilnehmen können. Die wechselseitige Abendmahlsteilnahme ist ein Schritt auf dem Weg hin zu einer gemeinsamen Abendmahlspraxis. Das Papier wird derzeit in beiden Kirchen diskutiert und findet breite Rezeption.