Saisonarbeitskräfte dürfen nicht mehr nach Deutschland einreisen

epd-bild / Steffen Schellhorn Wegen der Corona-Krise können Erntehelfer und Saisonarbeiter aus Osteuropa nicht mehr nach Deutschland einreisen, um in der Landwirtschaft zur arbeiten.

25.03.2020

Die Regelung gelte bis auf weiteres, erklärte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steven Alter, am Mittwoch in Berlin. Die Einreisebeschränkungen dienten dazu, Infektionsgefahren so weit wie möglich zu minimieren, erklärte Alter. Es gebe gegenwärtig zahlreiche Überlegungen, wie der Ausfall der Arbeitskräfte kompensiert werden könne. Einzelheiten könne er aber noch nicht nennen, sagte der Sprecher.

Einreisen mit Arbeitsvertrag

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte in den vergangenen Tagen unter anderem angeregt, Asylbewerber in der Landwirtschaft einzusetzen. Nach Auskunft des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist die Bundespolizei nun angewiesen, Helferinnen und Helfer, die sich bereits auf dem Weg nach Deutschland befinden, noch bis zu diesem Mittwoch um 17 Uhr einreisen zu lassen. Die Situation habe sich verändert, sagte ein Sprecher. Bisher durften Saisonarbeitskräfte, die etwa aus Rumänien per Flugzeug nach Deutschland kamen, einreisen, sofern sie einen Arbeitsvertrag vorweisen konnten.

Sehr hart

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, erklärte, das Einreiseverbot treffe die Betriebe in der jetzigen Phase sehr hart. Insbesondere die Obst-, Gemüse- und Weinbaubetriebe bräuchten dringend Arbeitskräfte. Der Einreisestopp müsse so kurz wie möglich gehalten werden. Außerdem müsse es kurzfristig unbürokratische Regelungen geben, um Menschen aus Deutschland beschäftigen zu können. Nach Angaben des Bauerverbandes sind in der deutschen Landwirtschaft jährlich rund 300.000 Saisonarbeitskräfte beschäftigt.

epd bm kfr