Verlassen des Krisenmodus: Spahn verspricht Konzept bis Ostern

epd-bild/Christian Ditsch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will bis Ostern Ideen vorlegen, wie das öffentliche Leben in der Corona-Krise mindestens in Teilen wieder möglich werden kann.

25.03.2020

Die Frage, "wie wir diesen Krisenmodus verlassen, wird jeden Tag wichtiger", sagte Spahn in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". "Bis spätestens Ostern will ich darauf eine gute Antwort geben können", sagte er.

Der Minister ergänzte, gebraucht würden Konzepte, die speziell auf Ältere und chronisch Kranke zugeschnitten sind. "Wenn wir sie schützen, können wir gleichzeitig an anderen Stellen wieder normales Alltagsleben ermöglichen", erläuterte Spahn: "Wir werden die Älteren also möglicherweise über mehrere Monate bitten müssen, ihre Kontakte stark einzuschränken und im Zweifel zu Hause zu bleiben."

Verzicht aus Einsicht

Zudem sprach Spahn von einem Konzept einer "Balance zwischen Eigenverantwortung und staatlicher Kontrolle". Dabei könnten über Wochen bestimmte Ausgangsbeschränkungen immer mal wieder und zeitlich begrenzt gelten, "je nachdem, wie sich das Virus regional ausbreitet".

Spahn unterstrich auch: "Allein mit Zwang halten wir diese Einschränkungen nicht durch." Der Verzicht müsse aus Einsicht geschehen. Sonst löse staatlicher Zwang früher oder später eine Gegenreaktion aus. "In einem freiheitlichen Rechtsstaat werden diese Einschränkungen auf Dauer nicht hingenommen", sagte Spahn. Die aktuell geltenden Maßnahmen, die Sozialkontakte außerhalb des eigenen Haushalts drastisch zu beschränken, sind seit Anfang der Woche für "mindestens zwei Wochen" in Kraft.