Youtube will stärker gegen diskriminierende Videos vorgehen

epd-bild/Jens Schulze Videos mit rassistischen und diskriminierenden Inhalten sind auf Youtube künftig verboten.

06.06.2019

Die Onlineplattform Youtube will rassistische und diskriminierende Videos verbieten. Darunter fallen zum Beispiel Beiträge, die die Nazi-Ideologie glorifizieren, wie das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) im kalifornischen San Bruno mitteilte. Zudem sollen Inhalte entfernt werden, die "gewalttätige Ereignisse" wie den Holocaust oder den Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im US-Staat Connecticut im Jahr 2012 leugnen.

Generell seien ab sofort alle Videos verboten, in denen eine Gruppe einer anderen als grundsätzlich überlegen dargestellt wird und die somit Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund von Alter, Geschlecht, Ethnie, Religion oder Sexualität legitimieren. Das Unternehmen war zuletzt wegen eines nachlässigen Umgangs mit homophoben Inhalten kritisiert worden.

Fortlaufende Aktualisierung der Richtlinien

Die Richtlinien gegen Hassrede und diskriminierende Inhalten würden stetig aktualisiert, teilte Youtube in einem Blog mit: Allein im vergangenen Jahr seien diese mehr als 30 Mal auf den neuesten Stand gebracht worden. Seit im Jahr 2017 beispielsweise ein strengeres Vorgehen gegen die rassistische White-Supremacy-Ideologie eingeführt worden sei, hätten sich die Abrufzahlen um durchschnittlich 80 Prozent reduziert. Die Maßnahmen schränkten dabei unter anderem die Möglichkeiten ein, die Videos zu teilen oder zu kommentieren.

Zusätzlich wolle das Unternehmen die Verbreitung von Inhalten einschränken, die an der Grenze der Richtlinien kratzen, hieß es. Seit Januar würden Nutzern in den USA grenzwertige Inhalte und gefährliche Fehlinformationen, wie Videos über angebliche Wunderheilungen von ernsthaften Krankheiten, eingeschränkt vorgeschlagen. Bis Ende 2019 solle dieses System auch in anderen Ländern eingeführt werden. Darüber hinaus sollten Nutzern, die solche grenzwertigen Videos schauen, künftig Videos von vertrauenswürdigen Quellen wie etablierten Nachrichten-Kanälen vorgeschlagen werden.