Museum Folkwang zeigt Werke der US-Künstlerin Nancy Spero

epd-bild/Stefan Arend Die Werke der politischen Malerin und Aktivistin Nancy Spero setzen sich mit der Brutalität des Krieges sowie der Unterdrückung von Frauen auseinander. Eine Ausstellung im Museum Folkwang ist der US-Künstlerin gewidmet.

06.06.2019

Das Essener Museum Folkwang präsentiert ab Freitag einen Überblick über die Werke der US-Künstlerin Nancy Spero (1926-2009). Damit würdigt das Museum nach eigenen Angaben eine politische Malerin und Aktivistin, die sich über sechs Jahrzehnte in ihren Bildern in vielfältigen Darstellungsformen mit existenziellen Gesichtspunkten des Menschseins auseinandergesetzt hat. Bis zum 25. August sind rund 80 Werke zu sehen, darunter Arbeiten auf Papier, Gemälde sowie Installationen.

Thematisch setzten sich Speros Bilder mit der Brutalität des Krieges sowie der gesellschaftlichen Ausgrenzung und der Unterdrückung von Frauen auseinander, teilte das Museum mit. Die Künstlerin habe lange Papierbahnen verwendet, die sie bemalt, collagiert und mit eigens gefertigten Figurenstempeln bedruckt habe. Nach ihrem Kunststudium in Chicago begann Spero expressive figurative Werke zu malen, die allerdings eine nur geringe Beachtung in der amerikanischen Kunstszene gefunden hätten. Mit großformatigen Darstellungen von Liebespaaren vor dunklem Hintergrund habe Spero in Paris eine andere Stilrichtung eingeschlagen.

Helikopter als Hauptmotiv

Unter dem Einfluss des Vietnamkrieges begann sie in den USA ihre "War Series". In dieser großen Serie habe sie schonungslos das kriegerische Geschehen angeprangert, hieß es. Dabei übernahm Spero die in der Fernsehkriegesberichterstattung immer wieder vorkommenden Helikopter als Hauptmotiv. Zudem beteiligte sie sich an Aktionen gegen Krieg und die Missachtung von Künstlerinnen.

Ab Mitte der 1970er Jahre holte sich Spero aus der überlieferten Bildwelt Darstellungen weiblicher Figuren für ihre großformatigen Werke zur Frage der Stellung der Frau. Mit Frauenfiguren aus Geschichte, Gegenwart und Mythos sei es in den 1980er Jahren ihre Absicht gewesen, Selbstbestimmung farbenstark darzustellen.