Umfrage: Deutsche bewerten Grundrente überwiegend positiv

epd-bild/Jürgen Blume Die Pläne von Bundessozialarbeitsminister Hubert Heil (SPD), die Rente für Geringverdiener mit staatlichen Zuschüssen aufzustocken, trifft einer Umfrage zufolge in der Bevölkerung auf breite Zustimmung.

07.06.2019

82 Prozent der befragten Bundesbürger meinen, dass die Grundrente grundsätzlich in die richtige Richtung geht, wie die am Donnerstagabend veröffentlichte Umfrage des ARD-Deutschlandtrends ergab.

Das Gesetzesvorhaben überzeuge die Anhänger aller Parteien und finde zugleich generationenübergreifend Anklang, hieß es. Die jüngeren Menschen in Deutschland ständen dabei einer Grundrente am offensten gegenüber. Für die Umfrage wurden am Montag und Dienstag bundesweit 1.000 Bürgerinnen und Bürger telefonisch interviewt.

Uneins bei der Bedürftigkeitsprüfung

Allerdings ist die Prüfung der Bedürftigkeit nicht nur in der Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD umstritten, sondern auch unter den Befragten. Von denjenigen, die eine Grundrente richtig finden, spricht sich den Angaben zufolge knapp die Hälfte (47 Prozent) für eine Prüfung aus. 50 Prozent sind dagegen.

Von Bürgerinnen und Bürger, die der CDU nahe stehen, ist demnach ist eine leichte Mehrheit (54 Prozent) für eine Bedürftigkeitsprüfung. Diese lehnt dagegen eine deutliche Mehrheit von SPD-Anhängern ab. So sprechen sich 63 Prozent dafür aus, eine Grundrente ohne Einschränkungen einzuführen.

Der Gesetzentwurf von Minister Heil zur Grundrente sieht einen staatlichen Zuschuss für Renten von Geringverdienern vor, sofern sie 35 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Nach seinem Modell hätten rund drei Millionen Menschen einen Anspruch darauf, eine Bedürftigkeitsprüfung plant er nicht. Die Union besteht jedoch auf der im Koalitionsvertrag vereinbarten Prüfung und will damit ausschließen, dass auch Rentner den Zuschuss erhalten, die zwar kleine Renten, aber genug Alterseinkünfte haben.