Bundestag berät über Reform der Hebammen-Ausbildung

epd-bild / Rolf Zöllner Wer Hebamme werden will, soll künftig studieren. Der Bundestag hat am Donnerstagabend in erster Lesung über ein Gesetz zur Reform der Hebammen-Ausbildung beraten.

07.06.2019

Die geplante Neuregelung sieht für alle zukünftigen Geburtshelferinnen und Geburtshelfer ein duales Studium mit einem hohen Praxisanteil vor. Das Gesetz soll im Herbst im Bundestag verabschiedet werden. Es bedarf der Zustimmung des Bundesrates.

Bislang werden Hebammen an Hebammenschulen ausgebildet. Voraussetzung ist die mittlere Reife oder ein gleichwertiger Schulabschluss. Künftig soll eine zwölfjährige Schulausbildung oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung sein. Das duale Studium soll in Vollzeit mindestens sechs und höchstens acht Semester dauern.

Reaktion auf medizinischen Fortschritt

Der medizinische Fortschritt eröffne neue Möglichkeiten in der Diagnostik, Therapie, Prävention, Rehabilitation und Pflege, heißt es in dem Gesetz. Auch die Digitalisierung verändere die Gesundheitsversorgung. Mit dem Gesetz wird zugleich eine EU-Richtlinie umgesetzt. Danach muss die Ausbildung spätestens bis Januar 2020 reformiert werden.

Das Gesetz sieht vor, die Berufsbezeichnung "Hebamme" einheitlich für alle Geschlechter einzuführen. Die männliche Sonderbezeichnung "Entbindungspfleger" entfällt.