UN: Zivilisten leiden unter entsetzlicher Brutalität im Syrien-Krieg

epd-bild/Sebastian Backhaus Immer mehr Zivilisten im Nordwesten Syriens werden laut den UN durch die eskalierende Gewalt verletzt und getötet. Es drohe in der Provinz Idlib eine humanitäre Katastrophe.

07.06.2019

Die Kriegsparteien kämpften mit einer "zunehmenden entsetzlichen Brutalität" und nähmen keine Rücksicht auf nicht beteiligte Kinder, Frauen und Männer, erklärte die UN-Beauftragte Najat Rochdi am Freitag in Genf. In der Provinz Idlib und in angrenzenden Gebieten drohe eine humanitäre Katastrophe.

Insgesamt seien drei Millionen Einwohner den Gefechten schutzlos ausgeliefert. Laut Rochdi, der Beraterin der UN für humanitäre Angelegenheiten in Syrien, befinden sich Hunderttausende Menschen auf der Flucht. Rochdi verlangte von den Streitkräften des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad und Russlands auf der einen Seite und den Milizen auf der anderen Seite, Zivilisten zu schonen.

Attacken auf zivile Einrichtungen kritisiert

Das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) verurteilte die anhaltenden Angriffe auf Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen in dem Gebiet. Es handele sich größtenteils um Luftangriffe, betonte OCHA-Sprecher Jens Laerke.

Seit Ende April attackieren Assads Luftstreitkräfte und russische Flieger den Raum Idlib und angrenzende Gebiete, wo sich Zehntausende Kämpfer islamistischer Terrorgruppen verschanzt haben. Der Raum Idlib ist eine der letzten großen Regionen, die nicht an Assad zurückgefallen ist.

Russland und der Iran sind die wichtigsten Verbündeten Assads. Zusammen konnten sie in den vergangenen Jahren große Teile Syriens von Rebellen und Terrormilizen zurückerobern. Der Syrien-Konflikt begann im März 2011 mit Protesten gegen das autokratische und korrupte Assad-Regime. Das ließ die Demonstrationen blutig niederschlagen. Hunderttausende Menschen wurden seitdem getötet, Millionen flohen vor der Gewalt.