Erster Ebola-Toter in Uganda

epd-bild/Patrick Piel Im Südwesten Ugandas ist ein fünfjähriger Junge an Ebola gestorben. Die Familie des Jungen war aus dem Kongo nach Uganda eingereist und war aus einem Isolationstrakt eines kongolesischen Krankenhauses geflohen.

12.06.2019

Die Ebola-Epidemie, die im August im Kongo ausbrach, hat das Nachbarland Uganda erreicht. Dort starb ein fünfjähriger Junge, der mit seinen Eltern aus dem Kongo eingereist war, bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in Genf. Es ist der erste bestätigte Ebola-Fall in Uganda. Die Regierung und die WHO entsandten ein Expertenteam nach Kagando im Südwesten des Landes.

Die kongolesische Regierung gab am Mittwoch an, ihre Behörden hätten versucht, die insgesamt 14-köpfige Familie an der Grenze aufzuhalten. Sechs von ihnen seien aber aus dem Isolationstrakt eines Krankenhauses entflohen und über die grüne Grenze nach Uganda eingereist, unter ihnen auch der später gestorbene Junge. Die Familie sei erst im Hospital von Kagando wieder aufgefunden worden und solle nun im Kongo weiter behandelt werden.

Gegen Ebola existiert bislang kein Heilmittel

Im Kongo sind den Behörden zufolge beim zweitgrößten Ebola-Ausbruch seit Entdeckung des Virus bisher mehr als 2.070 Erkrankte erfasst worden, von denen fast 1.400 starben. Gegen Ebola gibt es keine spezifischen Heilmittel, ein Impfstoff ist noch nicht allgemein zugelassen. Laut WHO untersucht das Gesundheitspersonal im Kongo jeden Tag 15.000 Menschen auf Symptome der hochansteckenden Fieberkrankheit. Vermutlich wird aber ein Viertel der Fälle nicht entdeckt. Das liegt auch an der prekären Sicherheitslage in der Region.

Seit Januar wurden laut WHO mehr als 170 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal verübt. Die Helfer haben wegen Gefechten zwischen Rebellengruppen nur beschränkten Zugang zu Patienten und Menschen, die sich möglicherweise angesteckt haben. 700 WHO-Mitarbeiter sind gegen die Ebola-Epidemie im Einsatz.

Dutzende bewaffnete Gruppen und die Armee bekämpfen sich in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu, wo das Ebola-Virus wütet. Allein in Nord-Kivu sind laut den UN mehr als eine Million Menschen auf der Flucht. Bei der bislang größten Ebola-Katastrophe 2013/14 in den westafrikanischen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone, waren rund 11.300 Menschen gestorben.