Studie: Wünsche vieler Eltern zur Kinderbetreuung bleiben unerfüllt

epd-bild / Rolf Zöllner Längst nicht alle Eltern bekommen für ihr Kind einen Betreuungsplatz. Die größte Lücke existiert im Bereich der frühkindlichen Betreuung.

04.02.2019

Der Wunsch nach einem Kinder-Betreuungsplatz erfüllt sich einer Studie zufolge längst nicht für alle Eltern. Und auch Eltern, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind haben, finden das Angebot nicht immer ausreichend, wie die am Montag in München veröffentlichte Erhebung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) zeigt. Dazu wurden 2017 etwa 37.000 Eltern von Kindern unter 15 Jahren befragt.

Die größte Lücke zwischen Nachfrage und Angebot existiert den Angaben zufolge im Bereich der frühkindlichen Betreuung. So gibt in Westdeutschland jede fünfte Familie mit einem ein- oder zweijährigen Kind an, dass ihr Kind derzeit nicht in einer Einrichtung betreut wird, obwohl sie Bedarf habe. In Ostdeutschland trifft das auf zwölf Prozent der Familien zu. Damit suchen in Westdeutschland rund 245.000 und in Ostdeutschland etwa 35.000 Eltern vergebens einen Betreuungsplatz für ihr Kind.

Trotz Bedarf keinen Betreuungsplatz

Bei Kindern im Kindergartenalter, also zwischen drei und sechs Jahren, ist die Versorgung mit Betreuungsplätzen dagegen laut Befragung gut. Demnach bekommen etwa 60.000 Familien keinen Betreuungsplatz, obwohl sie einen bräuchten. "Wegen des Geburtenanstiegs könnten in dieser Alterskohorte aber bald mehr Plätze fehlen", warnte der Leiter der Betreuungsstudie, Christian Alt.

Neun Prozent der Eltern von Grundschulkindern in Westdeutschland gaben an, trotz ihres Bedarfs keinen Betreuungsplatz zu haben. In Ostdeutschland betrifft das drei Prozent der Familien.

Der Studie zufolge müssten in Westdeutschland für alle Altersgruppen vor allem Plätze geschaffen werden, die die Zeit bis zum frühen Nachmittag abdecken. In Ostdeutschland wird hingegen überwiegend eine ganztägige Betreuung nachgefragt. "Einige Eltern, die für ihr Kind bereits einen Betreuungsplatz haben, benötigen deutlich längere Betreuungszeiten, als sie derzeit nutzen", erläuterte Alt. Dies gelte insbesondere, wenn der Bedarf außerhalb der Zeit von 8 bis 17 Uhr liegt.