«Ernst Kahl - Vergessene Katastrophen» in Frankfurt

epd-bild/Heike Lyding Zum 70. Geburtstag des Karikaturisten Ernst Kahl präsentiert das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main eine Schau des Künstlers.

05.02.2019

Die Ausstellung "Ernst Kahl - Vergessene Katastrophen" zeige vom 7. Februar bis 12. Mai das ganze Spektrum von Kahls Können, sagte der Caricatura-Leiter Achim Frenz am Dienstag. Neben 100 Acrylgemälden und 180 Tusche- und Aquarell-Zeichnungen sind dies unter anderem Collagen, Fotos, Großdrucke, Installationen, Filme und Songs. Die Laudatio zur Eröffnung am Mittwochabend hält der Filmregisseur Detlev Buck.

Kahl sei "ein Poet des Alltäglichen" mit seiner Hässlichkeit und Niedertracht, erklärte Frenz. "Stets lauert das Boshafte, das Grausame der menschlichen Existenz." Kahls Werke brächen mit Karikatur-Konventionen. "Kindliche Striche treffen auf drastische Themen, kunsthistorisch bedeutende Motive auf das Komische, Skurrile und Bizarre." Der anwesende Künstler offenbarte Selbstironie: "Kahl, Ernst Kahl, goldenes Herz und Muskeln aus Stahl", sang er mit krächzender Stimme.

Kolumnen und Bildergeschichten

Kahl, geboren in Kirchbarkau (Schleswig-Holstein), studierte ohne Abitur einige Semester an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste ohne Abschluss, wurde unter anderem Hilfslehrer auf Hallig Hooge und betrieb einen Antiquitäten- und Kunsthandel in Ostholstein. Ab 1980 arbeitete Kahl in Hamburg als Zeichner, Maler, Autor, Lyriker, Musiker, Drehbuchschreiber und Schauspieler. Er veröffentlichte Kolumnen und Bildergeschichten in den Zeitschriften "Pardon", "Konkret", "Titanic", "Stern" und "Der Feinschmecker". Der Künstler veröffentlichte außerdem Bücher und Musik-CDs und schrieb Drehbücher für "Werner beinhart", "Wir können auch anders" und "Die drei Mädels von der Tankstelle".

Kahl wurde mehrfach ausgezeichnet, so erhielt er 2007 den Göttinger Elch, 2011 den Wilhelm-Busch-Preis für humoristische und satirische Versdichtung und 2014 den Sondermann-Preis für Komische Kunst.