Umfrage: Grundschüler leiden häufig unter Mobbing

epd-bild/Anke Bingel Grundschüler haben einer Umfrage zufolge besonders häufig mit Mobbing zu kämpfen.

06.02.2019

Wie aus einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) hervorgeht, leiden viele Sechs- bis Neunjährige regelmäßig unter verbalen und körperlichen Attacken sowie Angriffen über die sozialen Netzwerke. Jedes fünfte Kind in dieser Altersgruppe fühle sich dadurch sehr häufig oder häufig belastet. Bei den Zehn- bis Zwölfjährigen sei es jeder Siebte, teilte die Krankenkasse am Mittwoch in Berlin mit.

Nach dem Tod einer Grundschülerin in Berlin ist seit dem Wochenende eine Debatte über Mobbing in der Schule entbrannt. Medienberichten zufolge soll die Elfjährige einen Suizidversuch unternommen haben und später an den Folgen im Krankenhaus gestorben sein. Die Hintergründe des Todes sind aber noch unklar. Die Staatsanwaltschaft rechnet erst in den kommenden Tagen mit einem Ermittlungsergebnis.

Belastung durch Konkurrenz- und Leistungsdruck

Nach Angaben der Krankenkasse haben insgesamt rund 80 Prozent der Sechs- bis Zwölfjährigen zumindest gelegentlich Sorgen und Stress wegen Mobbing oder Streit mit Freunden. Auch Konkurrenz- und Leistungsdruck belaste viele Kinder in diesem Alter. Für die repräsentative Erhebung wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 1.000 Eltern von Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren befragt.

KKH-Psychologin Franziska Klemm warnte vor langfristigen Folgen von Mobbing und Streit im Kindesalter: "Gerade Cybermobbing ist ein großes Problem." Die Hemmschwellen seien online niedriger. Der Dauerstress durch das Mobbing könne nicht nur zu Bauch- und Kopfschmerzen, Unkonzentriertheit und Rückzug führen, sondern auch in einer Depression münden: In der Altersgruppe der 13- bis 18-Jährigen verzeichnete die KKH zwischen 2007 und 2017 bei Depressionen einen Anstieg von 120 Prozent.