Loveparade-Prozess gegen sieben Angeklagte eingestellt

epd-bild/Marc Vollmannshauser/BILD-POOL Nach 101 Verhandlungstagen stellt das Landgericht Duisburg den Strafprozess um das Loveparade-Unglück gegen sieben Angeklagte ohne Auflagen ein.

06.02.2019

Die sechs damaligen Mitarbeiter der Stadt Duisburg und der Mitarbeiter der Veranstalterfirma Lopavent müssten keinen Geldbetrag zahlen, teilte das Landgericht am Mittwoch in Düsseldorf mit. Gegen drei weitere Mitarbeiter der Veranstalterfirma wird das Verfahren am 12. Februar fortgesetzt. Sie hatten eine Einstellung abgelehnt.

Die drei Angeklagten hätten nach dem Vorschlag des Gerichts bei Verfahrenseinstellung einen Betrag von jeweils etwa 10.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen sollen. Bei ihnen könne im Gegensatz zu den anderen Beschuldigten nicht nur eine geringe, sondern eine mittlere Schuld angenommen werden, hatte die Staatsanwaltschaft am Dienstag erklärt. Das Gericht betonte, dass die Verfahrenseinstellung nicht mit einer Feststellung von individueller Schuld verbunden sei. Für die nun ausgeschiedenen sieben Angeklagten gelte weiterhin die Unschuldsvermutung.

Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Vor Gericht standen seit Dezember 2017 vier Mitarbeiter der Veranstalterfirma Lopavent und sechs Bedienstete der Stadt Duisburg, darunter der ehemalige Baudezernent. Sie mussten sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Bei einer Massenpanik auf dem Techno-Festival starben am 24. Juli 2010 in Duisburg 21 Menschen, mehr als 600 wurden verletzt. Das Hauptverfahren findet aufgrund seiner Größe nicht in den Räumen des Duisburger Landgerichts, sondern in den Düsseldorfer Messehallen statt.