Trump nominiert Malpass für Weltbank-Chefposten

epd-bild/Cristian Gennari/Agenzia Romano Siciliani US-Präsident Donald Trump hat den Ökonomen und früheren Wall-Street-Banker David Malpass offiziell als Kandidaten für die Weltbank-Präsidentschaft vorgeschlagen.

07.02.2019

Der 62-Jährige gilt als treuer Gefolgsmann Trumps. Er arbeitet derzeit als Staatssekretär im US-Finanzministerium. Malpass solle die Nachfolge des jüngst überraschend zurückgetretenen Weltbank-Präsidenten Jim Yong Kim antreten.

Malpass sei ein "außerordentlicher Mann", sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) im Weißen Haus. Er habe viele Kandidaten für den Posten interviewt. Malpass sei mit 40 Jahren Erfahrung in Wirtschaft und Politik die richtige Person. Malpass betonte, die Weltbank sei die "führende Entwicklungsinstitution der Welt". Die Bank habe gegenwärtig eine "großartige Gelegenheit, konstruktive Reformen" umzusetzen für "schnelleres Wachstum und größeren Wohlstand".

Entwicklungsexperten skeptisch

Kommentatoren und Entwicklungsexperten äußerten sich skeptisch. Trump misstraue offenbar vielen globalen Institutionen, kommentierte der Sender CNN. Malpass sei ein bekannter Kritiker der Weltbank. Der Entwicklungsexperte Justin Sandefur von Washingtoner Zentrum für Globale Entwicklung sagte der BBC, die Nominierung zeige, dass die Trump-Regierung die Institution schwächen wolle. Andere Länder sollten alternative Kandidaten vorschlagen.

Laut "New York Times" sprach sich Malpass besonders gegen Weltbank-Darlehen an China aus. Die Volksrepublik habe auch ohne die Bank ausreichend Zugang zu Kapitalmärkten.

Die Leiterin des Washington-Büros der Hilfsorganisation Oxfam America, Nadia Daar, bezeichnete Malpass' Nominierung als besorgniserregend. Malpass habe noch nicht demonstriert, wie er die großen globalen Herausforderungen angehen wolle. Sie hoffe auf einen transparenten Auswahlprozess mit mehreren Kandidaten, sagte Daar.

Kampf gegen Armut

Die Weltbank, eine Sonderorganisation der UN, vergibt jährlich viele Milliarden Dollar für Entwicklungs- und Wirtschaftsprojekte. Erklärte Ziele der Institution sind der Kampf gegen Armut und die Förderung von "geteilten Wohlstand", indem die Einkommen der unteren 40 Prozent in jedem Land der Welt verbessert werden sollen. 189 Staaten gehören der Weltbank an. Die Förderungen der Bank gehen vornehmlich an privatwirtschaftliche Initiativen und sind oft mit Strukturanpassungsauflagen verbunden.

Der Präsident der Weltbank wird vom Exekutivdirektorium der Bank gewählt. Nach Angaben der Bank müssen Nominierungen für den Posten spätestens am 14. März eingereicht werden. Seit Gründung der Bank 1944 war der Präsident stets ein US-Amerikaner.