Diese Woche neu im Kino

epd-bild/Concorde Filmverleih GmbH Vier interessante neue Filme im Kino - ausgewählt von der Redaktion von epd Film.

07.02.2019

"Frühes Versprechen" (Frankreich 2017)

Der Wunsch seiner Mutter war Romain zeitlebens Befehl. Er wurde Kriegsheld im Zweiten Weltkrieg, dann Diplomat, Literaturpreisträger und Regisseur - alles nur um ihr zu gefallen. In Rückblenden erzählt die Neuverfilmung von "Erste Liebe - letzte Liebe", einem autobiografisch inspirierten Standardwerk der französischen Literatur von Romain Gary, die Geschichte dieses Lebens. Im Zentrum des Films steht aber nicht er, sondern seine herrische, starke Mutter, ungewohnt gradlinig und kraftvoll dargestellt von Charlotte Gainsbourg.

Regie: Eric Barbier. Buch: Marie Eynard, Eric Barbier (nach einer Vorlage von Romain Gary). Mit: Charlotte Gainsbourg, Pierre Niney, Didier Bourdon, Jean-Pierre Darroussin, Catherine McCormack, Finnegan Oldfield, Pawel Puchalski, Nemo Schiffman. Länge: 131 Minuten. FSK: ab 6 Jahren. (epd)

"Glück ist was für Weicheier" (Deutschland 2018)

Jessicas Leben ist beileibe nicht einfach. Die Zwölfjährige hat bei Gleichaltrigen wegen ihres jungenhaften Aussehens einen schweren Stand, kämpft mit Ticks und Verhaltensauffälligkeiten, und ihre Schwester Sabrina ist sterbenskrank. Auch ihr Vater, der Witwer ist und sich freiwillig als Sterbebegleiter betätigt, agiert eher unglücklich im Leben. Als Jessica und Sabrina einen möglichen Ausweg aus der Krankheit in einem okkultistischen Buch finden, wollen sie diesen Weg gehen. Über Sex soll die Krankheit weitergegeben werden können. Regisseurin Anca Miruna Lazarescu gelang eine behutsame Tragikomödie mit leisem Humor.

Regie: Anca Miruna Lazarescu. Buch: Silvia Wolkan. Mit: Ella Frey, Martin Wuttke, Emilia Bernsdorf, Christian Friedel, Tina Ruland, Stephan Grossmann, Sophie Rois. Länge: 95 Minuten. FSK: ab 12 Jahren. FBW: wertvoll. (epd)

"Have a Nice Day" (China 2017)

In einem kargen urbanen Nirgendwo an einem besonders grauen Fleck Chinas klaut Xiao Zhang dem örtlichen Mafiaboss Onkel Liu eine Geldtasche. Dessen bester Mann, Bohnenstange, wird auf den Einfaltspinsel Xiao angesetzt. Doch der hat sich das Geld schon längst wieder abjagen lassen, mehr und mehr Parteien sind nun involviert. Filmemacher Jian Liu erzählt eine Gangstergeschichte mit Noir-Anleihen. Der große Clou daran: Es geht um einen Zeichentrick-Film. Gänzlich unspektakulär animiert und genau deshalb ungeheuer wirkmächtig nimmt die Geschichte um das wie immer korrumpierende Geld ihren Lauf.

Regie: Liu Jian. Buch: Liu Jian. Mit (im Original): Zhu Changlong, Cao Kai, Liu Jian, Yang Siming, Shi Haitao, Ma Xiaofeng, Xue Feng. Länge: 77 Minuten. FSK, FBW: ohne Angabe. (epd)

"Dream Away" (Deutschland/Ägypten 2018)

Das deutsch-ägyptische Regieduo Marouan Omara und Johanna Domke hat die Tourismus-Flaute in einem Luxusresort Scharm el Scheichs beobachtet. Während die Besucher größtenteils fernbleiben, ist das Personal weiter vor Ort und im Einsatz. Die Beschäftigten sind es, die der Film begleitet und befragt, deren Schicksale er ergründet an einem unwirklichen Ort, an dem die Tourismus-Blase das authentische Leben streift. Omara und Domke weiten die dokumentarische Form mit fiktionalen und poetischen Elementen aus und fangen dadurch umso ansprechender die besondere Natur der Menschen und ihrer bizarren Umgebung ein.

Regie und Buch: Marouan Omara, Johanna Domke. Länge: 85 Minuten. FSK: Ohne Altersbeschränkung. (epd)