Zeitung: SPD will Recht auf Home-Office durchsetzen

epd-bild / Rolf Zöllner Theoretisch könnten 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland von zu Hause aus arbeiten, aber nur zwölf Prozent bekämen ihren Wunsch von den Arbeitgebern erfüllt, heißt es in einem SPD-Papier. Die SPD will ein Recht auf Home-Office gewähren.

07.02.2019

Die SPD will einem Zeitungsbericht zufolge jedem Arbeitnehmer ein Recht auf Arbeiten zu Hause gewähren. "Wir werden ein Recht auf mobiles Arbeiten und Home Office gesetzlich verankern, damit mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von den digitalen Vorteilen profitieren können", zitierten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag) aus einem SPD-Strategiepapier zur künftigen Arbeitswelt.

Derzeit könnten 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland theoretisch per Internet von zu Hause aus arbeiten, aber nur zwölf Prozent bekämen ihren Wunsch nach flexibler Arbeit von den Arbeitgebern erfüllt, heißt es laut den Funke-Zeitungen in dem Papier. Damit die Arbeitszeit im Home-Office nicht ausufere, sollten Arbeitnehmer zugleich besser vor einer ständigen Erreichbarkeit geschützt werden.

"Persönliches Zeitkonto" für jeden Bürger

Die SPD sieht laut Bericht außerdem ein "persönliches Zeitkonto" für jeden Bürger vor. Davon sollen Menschen profitieren, die weniger arbeiten möchten, um mehr Zeit für ihre Kinder, die Pflege von Angehörigen, eine Firmengründung oder zur Erholung zu haben: "Denn nicht nur reiche Erben sollen im Verlauf ihres Erwerbslebens Mut zu Veränderungen haben dürfen."

Beschäftigte könnten auf diesem Zeitkonto Überstunden oder Gutschriften durch Fort- und Weiterbildungen einzahlen und das gewonnene Guthaben später in Freizeit umwandeln, zitierten die Zeitungen aus dem Papier. Der Vorteil sei, dass auf diese Weise Überstunden nicht verloren gingen, sondern sich in ein Zeitguthaben verwandelten, das im Lebensverlauf mehr Freiheit ermögliche. So würden Überstunden bei einem Wechsel des Arbeitgebers nicht verloren gehen, sondern staatlich abgesichert mit zur neuen Beschäftigung wandern.