Gedenken für Mordopfer Hatun Sürücü in Berlin

epd-bild/Christian Ditsch Zum 14. Todestag von Hatun Sürücü ist in Berlin an die ermordete Deutsch-Türkin erinnert worden. Die junge Mutter war am 7. Februar 2005 wegen ihres unabhängigen Lebensstils von ihrem Bruder erschossen worden.

07.02.2019

"Gewalt als Mittel zur Beendigung von familiären Konflikten ist - völlig unabhängig vom ethnischen oder religiösen Hintergrund - niemals hinnehmbar", betonte Gleichstellungssenatorin Dilek Kolat (SPD). Jeder und jede habe ein Recht auf ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben und niemand dürfe gegen seinen oder ihren Willen in eine Ehe gezwungen werden.

An dem Gedenkstein für Hatun Sürücü in der Oberlandstraße in Berlin-Tempelhof, dem Ort der Bluttat, fand eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung statt, zu der der Bezirk Tempelhof-Schöneberg sowie der Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratungen und die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes eingeladen hatten. Der Mord an der 23-Jährigen hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die junge Frau mit kurdischen Wurzeln stand kurz vor dem Abschluss ihrer Gesellinnenprüfung zur Elektroinstallateurin, als sie getötet wurde. Hatun Sürücüs Bruder wurde wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt. Er wurde im Juli 2014 direkt nach Verbüßung seiner Strafe in die Türkei abgeschoben.