Studie: Geringes Wissen über Arbeitnehmermitbestimmung

epd-bild/Jens Schulze Nur rund ein Drittel der Befragten wusste, was ein Betriebsrat genau macht. Eine Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung zeigt, dass die meisten Menschen wenig über Arbeitnehmermitbestimmung wissen.

08.02.2019

Mitbestimmung am Arbeitsplatz finden die meisten Menschen gut, aber sie wissen über das Thema oft nur sehr wenig, wie eine Umfrage zeigt. 86 Prozent der Befragten hatten beim Begriff "Mitbestimmung" positive Assoziationen, wie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am Freitag in Düsseldorf mitteilte. 65 Prozent waren der Auffassung, Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten gleich viel Einfluss haben. Was ein Betriebsrat genau macht, wusste den Angaben zufolge jedoch nur rund ein Drittel der Befragten. Gut 40 Prozent gaben an, sie hätten im Betrieb noch nie oder selten etwas davon gehört.

Für die Studie wertete den Angaben zufolge ein Team von Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen eine Telefonbefragung von 3.203 zufällig ausgewählten Personen im erwerbsfähigen Alter aus. Zusätzlich führten die Forscher 41 ausführliche Interviews durch, um speziell die Einstellungen von jüngeren Menschen zu erfassen.

Fehlende persönliche Betroffenheit

Besonders überrascht habe die Wissenschaftler, wie wenig junge Menschen über Arbeitnehmermitbestimmung und ihre Institutionen wüssten, erklärte die Stiftung zu den Ergebnissen. Den Begriff "Mitbestimmung" verbinden 15- bis 25-Jährige laut Analyse fast gar nicht mit der Arbeitswelt, sondern eher mit Demokratie in einem allgemeinen Sinne. Das liegt nach Einschätzung der Forscher zum einen an der fehlenden persönlichen Betroffenheit etwa von Schülern und Studenten, zum andern komme das Thema in Schule, Universität und Berufsausbildung zu kurz.

Um das Wissen über Arbeitnehmermitbestimmung zu verbessern, schlagen die Autoren der Studie Aufklärungskampagnen in den Medien vor, etwa Werbespots für betriebliche Mitbestimmung in Kino, Fernsehen und Internet. Darüber hinaus sollte das Thema mehr Gewicht an Schulen und Hochschulen bekommen.