UN: Weiter Gewalt in Myanmar gegen Minderheiten

epd-bild/Nicola Glass Die muslimischen Rohingya und die christliche Minderheit der Chin werden weiterhin in Myanmar verfolgt. Die Regierung und das Militär stehen seit Jahren in der Kritik wegen der Verfolgung von Minderheiten.

08.02.2019

Die Verfolgung von Minderheiten in Myanmar nimmt nach Einschätzung der UN weiter zu. "Wir haben von eskalierender Gewalt und einer Verschlechterung der Sicherheitslage in den Bundesstaaten Chin und Rakhine erfahren", sagte ein Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR am Freitag in Genf. Als Folge seien weitere Menschen geflohen, von denen einige im benachbarten Bangladesch Schutz gesucht hätten. Im Chin-Staat lebt die christliche Minderheit der Chin, und Rakhine ist das Gebiet der muslimischen Rohingya, von denen seit August 2017 mehr als 700.000 nach Bangladesch geflohen sind.

Massenexodus aus dem Rakhine-Staat

"Das UNHCR ist sehr besorgt über die Folgen der andauernden Gewalt für die humanitäre Lage der Menschen", sagte der Sprecher Andrej Mahecic. Regierung und Militär Myanmars stehen seit Jahren in der Kritik wegen der Verfolgung von Minderheiten in dem vorwiegend von Buddhisten bewohnten Land. Eine Militäroffensive im August 2017 gegen die Rohingya führte zu einem Massenexodus aus dem Rakhine-Staat. Hunderttausende von ihnen leben seitdem teilweise unter prekären Bedingungen in einem riesigen Flüchtlingscamp nahe der Stadt Cox's Bazar im Grenzgebiet Bangladeschs.