Mehr als 100.000 Unterschriften für Insektenschutz

epd-bild / Steffen Schellhorn "Das Insektensterben ist Fakt", sagt Olaf Bandt, BUND-Geschäftsführer für Politik und Kommunikation. Im Rahmen der Kampagne "Lass' brummen" haben mehr als 100.000 Menschen die Bundesregierung zu einem konsequenten Insektenschutz aufgefordert.

19.06.2019

Mehr als 100.000 Menschen haben mit einer Unterschriftenaktion die Bundesregierung zu einem konsequenten Insektenschutz aufgefordert. Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin mitteilte, wurden die Unterschriften im Rahmen der Kampagne "Lass' brummen" gesammelt und am Mittwoch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) übergeben.

"Das Insektensterben ist Fakt", erklärte Olaf Bandt, BUND-Geschäftsführer für Politik und Kommunikation. Die Politik müsse den wissenschaftlichen Erkenntnissen nun endlich Taten folgen lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse dafür sorgen, dass der Koalitionsvertrag umgesetzt und das angekündigte Aktionsprogramm zum Insektenschutz verabschiedet werde. Hauptgründe für das Insektensterben seien der Klimawandel und die intensive Landwirtschaft.

Dramatische Erkenntnisse

Spätestens seit Veröffentlichung des Berichts des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) mit seinen dramatischen Erkenntnissen zum Artensterben müsse "allen politischen Akteuren klar sein, dass die Zeit des Lavierens und weiteren Evaluierens vorbei sein muss", sagte Bandt weiter. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) müsse nun wirksamen Maßnahmen in der Agrarlandschaft zustimmen. "Statt ausgeräumter Landschaften mit hochintensiv bewirtschafteten Monokulturen brauchen wir Hecken, Feldraine und artenreiche Wiesen, damit Insekten Lebensräume finden", forderte Bandt. Weiter verwies der BUND auf eine repräsentative Umfrage, derzufolge die Mehrheit der Bundesbürger einen umfassenden Insektenschutz befürwortet.