Vor Lampedusa harren 43 Flüchtlinge auf der «Sea-Watch 3» aus

epd-bild/Heiko Kantar Seit einer Woche harren Flüchtlinge auf der "Sea-Watch 3" vor der italienischen Küste aus, ihnen wird die Anlandung verweigert. Laut Sea-Watch gäbe es eine Lösung, da mehr als 60 Städte sich bereiterklärt haben, aus Seenot Gerettete aufzunehmen.

19.06.2019

Seenotretter schlagen Alarm: Den 43 Flüchtlingen auf einem Schiff vor der italienischen Insel Lampedusa werde seit einer Woche die Anlandung verweigert, kritisierte die Organisation Sea-Watch am Mittwoch in Berlin. Wieder einmal zeige sich, "dass Migrationspolitik auf dem Rücken von Menschen in Not verhandelt wird", sagte Sprecher Ruben Neugebauer dem Evangelischen Pressedienst (epd). Viele Flüchtlinge auf dem Schiff seien seekrank und müssten medizinisch behandelt werden.

"Tripolis ist kein sicherer Hafen"

Den Helfern zufolge waren am 12. Juni insgesamt 53 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer gerettet worden. Drei Tage später hätten zehn Menschen, darunter Babys und Kranke, mit Hilfe der italienischen Küstenwache an Land gehen dürfen. Aber das Schiff, "Sea-Watch 3", sei ansonsten vom italienischen Innenminister Matteo Salvini aufgefordert worden, der libyschen Küstenwache Folge zu leisten, die die Hauptstadt Tripolis als "sicheren Hafen" benannt habe.

Neugebauer nannte es einen Riesenskandal, dass Flüchtlinge den libyschen Milizen ausgeliefert werden sollten. In dem Bürgerkriegsland drohten ihnen Gefangenschaft, Misshandlungen und Versklavung. "Tripolis ist kein sicherer Hafen", sagte er. Laut Sea-Watch gäbe es eine Lösung, da mehr als 60 Städte in Europa sich bereiterklärt haben, aus Seenot gerettete Menschen aufzunehmen. Die Organisation appellierte an die EU und die Bundesregierung, die Aufnahme der 43 Flüchtlinge zu ermöglichen.