«Spiegel» und «Spiegel Online»: Fusion im Herbst

epd-bild / Stephan Wallocha Bislang sind die Redaktionen für Print und Online getrennt: Im September soll nun die Fusion von "Der Spiegel" und "Spiegel Online" umgesetzt werden. Vor allem aus den Reihen der Print-Redaktion hatte es immer wieder Proteste gegen die Pläne gegeben.

19.06.2019

Die geplante Fusion der Redaktionen von "Der Spiegel" und "Spiegel Online" soll im September umgesetzt werden. Den Eckpunkten für den Gemeinschaftsbetrieb habe inzwischen auch der Gesamtbetriebsrat zugestimmt, bestätigte ein Verlagssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch in Hamburg. Für ein schnelles Zusammenwachsen der beiden Redaktionen sollten "möglichst einheitliche Arbeitsbedingungen" geschaffen werden, sagte er.

Dabei gehe es insbesondere um Arbeitszeiten, Vergütungen, Gewinnbeteiligungen und den Wechsel von "Spiegel Online" zum Spiegel-Verlag. Bislang verdienen Mitarbeiter von "Spiegel Online" im Schnitt deutlich weniger als die Kollegen beim gedruckten Nachrichtenmagazin. Die Online-Redakteure hatten bisher zudem keine Möglichkeit, Gesellschafter der Mitarbeiter KG zu werden, über die Angestellte des Spiegel-Verlags an dem Unternehmen beteiligt sind und so auch Gewinnausschüttungen erhalten. Künftig soll die KG schrittweise auch für die bisherigen Online-Redakteure geöffnet werden.

Jahrelange Diskussionen

Im vergangenen Jahr hatte der Spiegel-Verlag nach jahrelangen Diskussionen einen neuen Anlauf für die Zusammenlegung der bislang getrennten Redaktionen für Print und Online unternommen. Vor allem aus den Reihen der Print-Redaktion hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Proteste gegen die Fusionspläne verschiedener Chefredakteure und Geschäftsführungen gegeben.

Geschäftsführer Thomas Hass hatte die neuen Pläne im August 2018 vorgestellt. Die frühere Spiegel Online GmbH firmiert seit dem vergangenen Jahr als Spiegel Online GmbH & Co. KG und ist damit eine direkte Tochter des Verlags. Schon seit Januar 2019 arbeiten die Redaktionen enger als bislang und unter einer gemeinsamen Chefredaktion zusammen, mit dem Gemeinschaftsbetrieb wird nun auch ein formales juristisches Konstrukt dafür geschaffen. Rechtlich bleiben die beiden Gesellschaften dabei getrennt.

Als nächstes würden nun die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretern in Betriebsvereinbarungen festgehalten und fehlende Regelungen im laufenden Betrieb der gemeinsamen Redaktion vervollständigt, sagte der Verlagssprecher. Am Spiegel-Verlag sind neben der Mitarbeiter KG mit 50,5 Prozent auch der Verlag Gruner + Jahr mit 25,5 Prozent und die Erben von Magazingründer Rudolf Augstein mit 24 Prozent beteiligt.