Parlament im US-Staat Maryland stimmt für ärztliche Sterbehilfe

epd-bild / Werner Krüper Sterbehilfe soll in Maryland zulässig sein, wenn ein Arzt diagnostiziert hat, dass ein Patient höchstens noch sechs Monate zu leben hat.

08.03.2019

Das Abgeordnetenhaus des US-Staates Maryland hat sich ungeachtet kirchlicher Einwände für die Zulassung ärztlicher Sterbehilfe ausgesprochen. 74 Parlamentarier stimmten am Donnerstag (Ortszeit) für einen entsprechenden Gesetzentwurf, 66 dagegen. Der Senat von Maryland befasst sich in den kommenden Wochen mit der Vorlage. In sieben der fünfzig US-Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington ist Sterbehilfe bereits legal.

Laut Vorlage soll Sterbehilfe in Maryland zulässig sein, wenn ein Arzt diagnostiziert hat, dass ein Patient höchstens noch sechs Monate zu leben hat. Zudem muss der Kranke die Medikamente in bestimmten Abständen drei Mal schriftlich und mündlich anfordern.

Ähnliche Gesetze in anderen Bundesstaaten

Die Vorlage ähnelt den Sterbehilfe-Gesetzen in den Bundesstaaten Oregon, Washington, Vermont, Kalifornien, Colorado und Hawaii. Laut Gerichtsurteil von 2009 ist ärztliche Sterbehilfe zudem in Montana legal, weil es dort kein Gesetz über ein explizites Sterbehilfe-Verbot gibt.

Vor dem Gesetz in Maryland hatte vor wenigen Tagen unter anderem der römisch-katholische Erzbischof William Lori gewarnt. Angesichts steigender Kosten im Gesundheitswesen bestehe die Gefahr, dass der Staat oder Versicherungsfirmen Patienten zum Suizid drängen würden, sagte der Erzbischof von Baltimore, der größten Stadt in Maryland.

Das erste Sterbehilfe-Gesetz der USA trat 1997 in Oregon in Kraft. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde von Oregon haben sich von 1997 bis 2018 in dem Staat 1.459 Menschen mit Hilfe ärztlich verschriebener Mittel das Leben genommen. Die meisten Menschen seien zu Hause gestorben. Insgesamt hätten Ärzte 2.217 Sterbehilferezepte ausgestellt.