Stärkere Rolle von Frauen bei Friedensgesprächen gefordert

08.03.2019

Am Weltfrauentag haben Vertreter aus Politik und Kirche eine bedeutendere Rolle von Frauen bei der Lösung von Konflikten gefordert. UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte am Freitag in New York, die Mitwirkung von Frauen bei Friedensverhandlungen müsse gestärkt werden. Papst Franziskus erklärte in Rom, Frauen könnten einen unersetzlichen Beitrag zum Aufbau einer Welt leisten, die für alle Menschen ein Zuhause sei. "Wenn uns die Zukunft am Herzen liegt und wir eine Zukunft des Friedens erträumen, müssen wir Frauen Raum geben."

Die Menschenrechtsbeauftragten von Deutschland und Frankreich, Bärbel Kofler (SPD) und François Croquette, wiesen darauf hin, dass ihre Länder sich unter anderem im Weltsicherheitsrat für eine stärkere Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen einsetzten. "Denn: Ohne Frauen können wir keinen nachhaltigen Frieden erreichen", unterstrichen Kofler und Croquette in einer gemeinsamen Erklärung.

Keinen ausreichenden Zugang zu Bildung

"Gleiche Rechte sind auch heute am 8. März 2019, dem internationalen Tag der Frau, noch immer keine Realität", beklagten die deutsche Menschenrechtsbeauftragte und der französische Botschafter für Menschenrechte. Jeden Tag würden überall auf der Welt die Rechte von Frauen verletzt.

So hätten Frauen keinen ausreichenden Zugang zu Bildung, seien mit sexueller und häuslicher Gewalt konfrontiert und könnten ihre Potenziale nicht voll ausschöpfen. Auch an politischen Prozessen nähmen Frauen noch immer nicht gleichberechtigt teil. Deshalb sei tägliches Engagement für die Gleichberechtigung wichtig, erklärten Kofler und Croquette.

Weit verbreitete Unterdrückung von Frauen

Auch UN-Generalsekretär Guterres beklagte eine weit verbreitete Unterdrückung von Frauen. In einigen Ländern steige die Gewalt gegen Frauen, der gesetzliche Schutz werde abgebaut. Er verurteilte auch die noch immer verbreitete Genitalverstümmelung bei Mädchen ebenso wie den Einsatz von Vergewaltigungen als Kriegswaffe. Sexuelle Gewalt in Konflikten traumatisiere die Opfer und ganze Gesellschaften. Zudem kritisierte er, dass häufig eine nationalistische Politik die Rechte von Frauen bedrohe.

Guterres unterstrich, die Gleichberechtigung der Geschlechter sei für den globalen Fortschritt unerlässlich. Deshalb müsse unter anderem die Zahl der Frauen in führenden Positionen müsse überall erhöht werden.