Shakespeare-Festival mit «Richard III.» aus Ungarn

08.03.2019

Das diesjährige Shakespeare-Festival lädt vom 14. Juni bis zum 13. Juli wieder in den hölzernen Nachbau des Londoner Globe-Theaters im nordrhein-westfälischen Neuss ein. Auf dem Programm der inzwischen 29. Ausgabe des Festivals stehen 13 Inszenierungen internationaler Ensembles von Shakespeare-Stücken, wie Festival-Leiter Rainer Wiertz am Freitag sagte. Diesmal reisten die Theatergruppen aus Frankreich, Polen, Ungarn, England und Deutschland an.

Alle erdenklichen Konstellationen hätten für Shakespeare "den Zündstoff für Tragödien, Historien und Komödien geliefert", betonte Wiertz. Blutige Familienfehden, Erbschaftsstreitigkeiten, die Ausrottung ganzer Clans und die Trennung von Geschwistern gebe es bis heute in Familien.

Zu den Festival-Höhepunkten zählt nach seinen Worten das Tanztheater "For you my Love!", in dem die bekannten Gestalten des britischen Dichters in einen Malstrom um Macht und Liebe gezogen werden. Zudem verspreche ein französischer Sommernachtstraum aus dem französischen Nimes mit dem Titel "Je suis invisible!" (Ich bin unsichtbar) einen zauberhaften Abend im Globe-Theater.

"Richard III." und "Macbeth"-Satire

"Richard III." reist den Angaben zufolge wiederum aus Ungarn an den Rhein. Das Maladype Theatre Budapest spielt auf einem zweistöckigen schimmernden Baugerüst, das auch das einzige Requisit der knapp zweistündigen Inszenierung ist.

Die "Macbeth"-Satire "Macbett" nach Eugène Ionesco kommt wiederum aus Polen mit deutschen Untertiteln, wie es hieß. Der französische Hauptvertreter des Absurden Theaters hat das Stück laut Wiertz 1972 "mitten im Kalten Krieg" geschrieben und daraus eine skelettierte Version von Shakespeares Drama "Macbeth" als Farce geschrieben. Präsentiert wird das Stück vom Theater Papahema. Ort der Handlung um Ehrgeiz, Korruption und Feigheit ist ein Golfplatz.

Zu den weiteren Stücken von Shakespeare selbst zählen "Was ihr wollt", beim Festival im Nach-Brexit-England angesiedelt, "Viel Lärm um nichts", "Romeo und Julia", "König Lear", "Die Zähmung der Widerspenstigen" und zwei musikalische Beiträge. Das Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg zeigt "Shakespeare at the Opera".

"Shakespeare goes pop"

Die Dresdner Popband "Woods of Birnam" um den Theater- und TV-Schauspieler Christian Friedel ("Babylon Berlin") präsentiert "Searching for William in Concert". Dieser Abend mit den besten Liedern der Gruppe unter anderem zu "Hamlet" werde so etwas wie "Shakespeare goes pop", erklärte der Festivalleiter.

Das Globe in Neuss ist ein verkleinerter Nachbau des Shakespeare-Theaters in London, das von 1599 stammt. Rund 500 Zuschauer haben in dem zwölfeckigen Gebäude Platz.