Zehn Jahre danach: Winnenden gedenkt der Opfer des Amoklaufs

epd-bild/Gerhard Bäuerle 15 Menschen hat Tim K. am 11. März 2009 erschossen, bevor er sich selbst tötete. Heute gedenkt Winnenden jener, die vor zehn Jahren ihr Leben verloren.

11.03.2019

Zehn Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden ist am Montag in der baden-württembergischen Kleinstadt der 15 Opfer gedacht worden. "Zum zehnten Mal stehen wir am Jahrestag zusammen, erinnern und spenden uns gemeinsam Trost", sagte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth (CDU) bei einer Gedenkfeier im Stadtgarten. Amoklauf, Terror, Krieg - jede Gewalttat auf dieser Erde mache den Menschen in Winnenden besonders zu schaffen, betonte der Bürgermeister.

Um 9.33 Uhr - dem Zeitpunkt, als am 11. März 2009 der Amoklauf an der Albertville-Realschule begann - läuteten alle Kirchenglocken der Stadt. Anschließend lasen Mitglieder des Jugendgemeinderates die Namen der Getöteten vor. Die laut Kommune bewusst schlicht und still gehaltene Feier wurde mit einem Gebet und Musikstück umrahmt. Auch der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl und Kultusministerin Susanne Eisenmann - beide CDU - nahmen an der Gedenkfeier teil.

Internes Gedenken

Vor der öffentlichen Gedenkfeier gab es wie in den Jahren zuvor ein internes Gedenken in der Schule, das aus Respekt vor den Betroffenen und Opferfamilien nichtöffentlich war. Zum Abschluss bildeten Schüler und alle Teilnehmer der privaten Feier eine Menschenkette von der Schule bis zum Stadtgarten.

Nach der Gedenkfeier war ein ökumenischer Gedenkgottesdienst geplant, den Schüler der Albertville-Realschule mitgestalten sollten. Für den Abend waren eine Lichterkette und zwei weitere Gedenkgottesdienste vorgesehen.

Am 11. März 2009 hatte der 17-jährige Tim K. die Albertville-Realschule in Winnenden gestürmt und dort neun Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Auf der Flucht tötete er drei weitere Menschen, zahlreiche wurden verletzt. Als er von der Polizei gestellt wurde, tötete der Ex-Schüler der Realschule sich selbst. Die Tatwaffe hatte sein Vater, ein passionierter Sportschütze, unverschlossen aufbewahrt.