Kardinal Marx kündigt neues Konzept für Umgang mit Missbrauch an

epd-bild/Friedrich Stark Die deutschen katholischen Bischöfe wollen am Ende ihrer Frühjahrs-Vollversammlung ein neues Konzept für den Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche präsentieren.

11.03.2019

Darin würden einheitliche Vorgaben für die Entschädigung und die Anerkennung des Leids gemacht, kündigte Kardinal Reinhard Marx am Montag im niedersächsischen Lingen zum Auftakt der bundesweiten Versammlung an. Zudem müssten noch mehr Anlaufstellen für Opfer geschaffen werden. Die Bischöfe suchten außerdem die Zusammenarbeit mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig.

Im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen würden die Bischöfe auch die "systemischen Gefährdungen" der Kirche offen diskutieren, sagte Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Dazu gehörten die Sexualmoral, der Umgang mit Macht in der Kirche sowie die Lebensform und die Ausbildung von Priestern. Marx kündigte an, die katholische Kirche in Deutschland müsse in allen Fragen, die den Missbrauch beträfen, zügig vorangehen und nicht darauf warten, was in anderen Teilen der Welt passiere.

Zusammenschluss der katholischen Bischöfe

Die Bischöfe beraten noch bis Donnerstag in Lingen. Neben dem sexuellen Missbrauch stehen laut Marx auch die Situation von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen sowie Beratungen über die Europawahl und den zunehmenden Populismus auf der Tagesordnung.

Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Bistümer in Deutschland. Derzeit gehören ihr 67 Mitglieder aus den 27 Diözesen an. Oberstes Gremium der Deutschen Bischofskonferenz ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die regelmäßig im Frühjahr und Herbst für mehrere Tage zusammentritt.