Prozess um Mord an Susanna F. hat begonnen

epd-bild/Maik Reuss Vor dem Landgericht Wiesbaden hat am Dienstag der Prozess um den Mord an der 14-jährigen Schülerin Susanna F. aus Mainz im Mai vergangenen Jahres begonnen.

12.03.2019

Angeklagt wegen Vergewaltigung und Mordes ist der heute 22 Jahre alte Iraker Ali B. Die Staatsanwaltschaft wirft dem abgelehnten Asylbewerber vor, das jüdische Mädchen in Wiesbaden vergewaltigt und anschließend aus Angst vor Entdeckung heimtückisch ermordet zu haben. Die Tötung Susannas hat Ali B. zugegeben, nicht aber die vorausgegangene Vergewaltigung. Bis Mitte Mai sind zunächst zwölf Verhandlungstage angesetzt.

Angeklagt ist Ali B. auch wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Nötigung. Laut Staatsanwaltschaft soll er einen Mann im Wiesbadener Kurpark mehrfach geschlagen, gewürgt und ihm unter anderem eine Bankkarte und ein Smartphone entwendet haben. Wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens in seiner Flüchtlingsunterkunft muss sich Ali B. vom 19. März an noch in einem gesonderten Verfahren zusammen mit einem 14-jährigen Afghanen vor einer Jugendstrafkammer desselben Gerichts verantworten.

Massive Gewalt

Den Ermittlungen zufolge soll der irakische Flüchtling Susanna F. in den frühen Morgenstunden des 23. Mai 2018 in der Nähe seiner Unterkunft in Wiesbaden-Erbenheim mit massiver Gewalt zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Nachdem die Schülerin geäußert haben soll, sie wolle zur Polizei gehen, habe er sie von hinten mehrere Minuten lang mit dem Arm erwürgt. Anschließend habe er sie mit Hilfe einer weiteren, unbekannten Person in ein Erdloch gelegt und mit Erde und Ästen bedeckt. Der Leichnam des Mädchens war erst am 6. Juni dort aufgefunden worden.

Wenige Tage nach Susannas gewaltsamem Tod war Ali B. mit seinen Eltern und Geschwistern in den kurdisch kontrollierten Nordirak ausgereist. Die dortigen Sicherheitsbehörden nahmen ihn jedoch fest und übergaben ihn der Bundespolizei, die den Verdächtigen anschließend zurück nach Hessen brachte. Der Asylantrag des jetzt Angeklagten war bereits im Dezember 2016 abgelehnt worden. Zur mutmaßlichen Tatzeit im Mai 2018 wartete er bereits seit anderthalb Jahre auf eine Entscheidung über seine Klage gegen den ablehnenden Bescheid.