Kirchentag sucht mit Hochdruck Tausende Privatquartiere und Helfer

epd-bild/ Udo Gottschalk Rund hundert Tage vor dem Kirchentag in Dortmund suchen die Verantwortlichen händeringend Tausende Privatquartiere und ehrenamtlichen Helfer für das Großereignis.

12.03.2019

"Wir sind, was die Privatquartiere angeht, echt in Not", sagte Kirchentagspräsident Hans Leyendecker am Montagabend vor Vertretern von Politik, Gesellschaft und Kirche in Dortmund. Bislang gibt es erst Gastgeber für 2.113 private Unterkünfte - das ist gut ein Viertel der benötigten 8.000 Quartiere.

Spätestens bis Ostern müssten freie Betten gemeldet sein, damit Gastgeber und Kirchentagsbesucher zusammengebracht werden könnten, sagte Kirchentagssprecher Stephan von Kolson am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Gastfreundschaft sei zwar vorhanden, die Dringlichkeit sei jedoch vielen Menschen in der Region nicht bewusst, weil der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag erst vom 19. bis 23. Juni stattfinde. "Wir brauchen die Quartiere aber jetzt, damit wir planen können."

Daher werde in Dortmund und zehn umliegenden Städten mit Hochdruck geworben. Gesucht werden Menschen, die einem oder mehreren Gästen eine einfache Übernachtungsmöglichkeit und ein Frühstück anbieten.

5.000 Ehrenamtliche gesucht

Auch Helfer würden dringend gesucht, sagte Leyendecker. Ideal wären laut Kolson 5.000 ehrenamtliche Unterstützer, angemeldet hätten sich bislang erst 2.400. Mindestens 3.000 müssten es werden, um die Aufgaben bewältigen zu können. Die am Sonntag verstrichene Anmeldefrist wurde deshalb bis Ende März verlängert.

Zum Kirchentag werden bis zu 100.000 Dauerteilnehmer und viele tausend Tagesbesucher erwartet. Die Zahl der Tagesgäste könnte nach Einschätzung der Kirchentags-Verantwortlichen in Dortmund besonders groß sein, weil in dem Ballungsraum viele Menschen zu Hause wohnen bleiben. Das Protestantentreffen steht unter der Losung "Was für ein Vertrauen". Auf fast 2.400 Veranstaltungen sollen neben Glaubensfragen auch gesellschaftliche Themen wie Migration, Umwelt und Frieden in den Blick gerückt werden.