Katholische Frauen fordern Erneuerung der Kirche

12.03.2019

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) hat die deutschen Bischöfe zur Erneuerung der Kirche aufgerufen. Der Verband überreichte den Klerikern bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung im niedersächsischen Lingen knapp 30.000 Unterschriften aus ihrer Aktion #MachtLichtAn, mit der eine umfassende Aufklärung der Missbrauchsfälle sowie neue Strukturen in der Kirche gefordert werden. Wie die Frauengemeinschaft am Dienstag in Düsseldorf mitteilte, beteiligten sich zudem über 300 Menschen an einem Schweigemarsch und einer Klageandacht am Montagabend.

Parallel zum Eröffnungsgottesdienst der Vollversammlung zogen die Männer und Frauen schweigend zur Bonifatiuskirche in Lingen, wo sie mit dem stellvertretenden Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Franz-Josef Bode, dem Essener Weihbischof Ludger Schepers sowie dem Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe beteten.

"Wir sind die Frauen, die Kirche Zukunft geben"

Der Frauenverband erklärte, sich weiterhin mahnend zu Wort zu melden, sollten die Bischöfe hinter ihren Versprechen zurückbleiben. "Wir Frauen stehen alle in dieser Kirche, aber fragen uns, wie lange wir das noch können", erklärte Agnes Wuckelt, die stellvertretende Vorsitzende des Verbands. "Wir sind die Frauen, die Kirche Zukunft geben."

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte am Montag ein neues Konzept für den Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche angekündigt. Die einheitlichen Vorgaben für die Entschädigung und Anerkennung des Leids sollen bis zum Ende der Vollversammlung am Donnerstag präsentiert werden.

Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Bistümer in Deutschland. Derzeit gehören ihr 67 Mitglieder aus den 27 Diözesen an. Oberstes Gremium der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die regelmäßig im Frühjahr und Herbst für mehrere Tage zusammentritt.