Freilassung von inhaftiertem venezolanischen Radioreporter gefordert

13.03.2019

Díaz sei am Montagabend auf seinem Weg nach Hause von Mitarbeitern des Geheimdienstes Sebin festgenommen worden, gab die Gewerkschaft am Dienstag (Ortszeit) bekannt. Kurz danach seien Agenten in das Haus von Díaz eingedrungen und hätten Computer und Mobiltelefone konfisziert.

Díaz, der die venezolanische und die spanische Staatsbürgerschaft haben soll, arbeitet für den Radiosender Unión Radio News und produziert zusammen mit seiner Ehefrau Naky Soto auch Video-Programme, die über die sozialen Medien veröffentlicht werden. In einem Video-Clip gab er an, dass der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Disodado Cabello, durch Korruption mitverantwortlich für den massiven Stromausfall sei, der Venezuela seit knapp einer Woche lahmlegt.

Tief beunruhigt über die Festnahme

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michele Bachelet, äußerte sich tief beunruhigt über die Festnahme des bekannten Radioreporters. Sie habe die fünf Experten der technischen Mission des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, die sich derzeit in Venezuela aufhalten, gebeten, Zugang zu Díaz zu fordern. Auch Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó forderte via Twitter die sofortige Freilassung des Journalisten.

Díaz' Ehefrau Soto gab an, dass ihr Mann von den Geheimdienstmitarbeitern geschlagen worden sei. Sie hätten gesagt, sie würden eine Leiche in sein Haus bringen, um ihn des Mordes anzuklagen, sagte Soto laut der Tageszeitung "El Nacional". Die Staatsanwaltschaft habe ihr keinen Grund für die Festnahme genannt.

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" hatte bereits mehrfach zunehmende Zensur durch Venezuelas sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro kritisiert. Immer wieder würden Journalisten an der Berichterstattung gehindert, Fernseh- und Radiosendern die Lizenz entzogen und der Zugang zu lokalen Netzwerken blockiert, kritisierte die Organisation. Vor kurzem war ein US-Fernsehteam nach einem Interview mit Maduro kurzzeitig festgenommen und dann des Landes verwiesen worden.