Zwist um SWR-Intendantenwahl: Landesrundfunkrat kritisiert Verfahren

13.03.2019

"Das vereinfachte Vorgehen erscheint mir intransparent und gewährleistet keine Chancengleichheit für alle Bewerber", sagte Stich dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Stuttgart und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch).

Eine zwölfköpfige Arbeitsgruppe des Rundfunk- und Verwaltungsrates hatte am vergangenen Montag aus insgesamt 15 Bewerbern die SWR-Landessenderdirektorin für Baden-Württemberg, Stefanie Schneider (57), und den Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke (58), als Kandidaten sowie ein Wahlverfahren vorgeschlagen. Die Aufsichtsgremien tagen am 22. März, um darüber zu entscheiden.

Stich, der von den Gewerkschaften in den Landesrundfunkrat entsandt ist, kritisierte, dass 13 der insgesamt 15 Bewerber keine Chance erhalten sollen, sich zu präsentieren. "Nun steht politische Einflussnahme im Raum, das beschädigt den Rundfunkrat", sagte der 68-Jährige dem epd. Der langjähriger Vorsitzender des BBW Beamtenbundes Baden-Württemberg spricht sich für ein alternatives Verfahren aus. Dieses habe die Arbeitsgruppe ebenfalls vorgeschlagen - für den Fall, dass die derzeit im Raum stehende Variante keine Mehrheit in Rundfunk- und Verwaltungsrat findet.

Alternativer Vorschlag

Nach dem alternativen Vorschlag könne jedes Gremiumsmtiglied bis zu drei Namen aus allen 15 Bewerbern nennen, von denen dann die drei Kandidaten mit der höchsten Stimmzahl zur Wahl gestellt würden. Stich bestätigte dem epd, dass sich unter anderen auch Vize-Landessenderchef Clemens Bratzler, SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner und NDR-Fernseh-Chefredakteur Andreas Cichowicz für den Posten beworben haben. Daneben hält der Landesrundfunkratsvorsitzende auch die Bewerbung eines weiteren NDR-Kandidaten, dessen Namen er nicht nennen will, für möglicherweise aussichtsreich.

Der amtierende Intendant Peter Boudgoust hatte Anfang Dezember erklärt, sein Amt Mitte 2019 vorzeitig abzugeben. Der damalige Verwaltungsdirektor war 2007 an die Spitze der Rundfunkanstalt gewählt worden. Seine reguläre Amtszeit wäre erst im April 2022 zu Ende gegangen. Der SWR hatte die frei werdende Stelle des Intendanten öffentlich ausgeschrieben.