Kirche erneuert Forderung nach Tempolimit auf deutschen Autobahnen

epd-bild/Norbert Neetz Es gehe "um Leben und Tod", sagte Oberkirchenrat Christian Fuhrmann von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) vor dem Petitionsausschuss des Bundestages. Durch ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ließe sich die Zahl der Verkehrstoten pro Jahr um bis zu 140 verringern.

24.06.2019

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat im Bundestag ihrer Forderung nach Einführung eines generellen Tempolimits auf deutschen Autobahnen Nachdruck verliehen. Eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Kilometern in der Stunde trage zur Lösung einer Reihe von Problemen vor allem beim Klimaschutz und der Verkehrssicherheit bei, sagte Oberkirchenrat Christian Fuhrmann am Montag vor dem Petitionsausschuss des Parlaments in Berlin.

Deutschland im Rückstand

Eine von ihm im Auftrag des Landeskirchenrates im April eingebrachte Petition hatte nach vierwöchiger Mitzeichnungsfrist mehr als 66.000 Unterschriften und damit das für eine Anhörung notwendige Quorum von 50.000 Unterschriften erreicht. In seiner Begründung vor dem Ausschuss räumte Fuhrmann ein, dass weitreichendere Maßnahmen zur Lösung der Probleme nötig seien. "Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ist allerdings schnell und kostengünstig umsetzbar", sagte der Oberkirchenrat.

Es gehe dabei "um Leben oder Tod", betonte Fuhrmann. So werde weltweit mit mindestens 200 Millionen Klimaflüchtlingen gerechnet. Ein Tempolimit könnte zugleich auch Leben auf den deutschen Autobahnen bewahren. Die Zahl der Verkehrstoten ließe sich pro Jahr um 80 bis 140 verringern. "Ich habe Menschen nach der Todesnachricht eines Angehörigen begleitet", sagte der Theologe: "Da brechen Welten zusammen." Fuhrmann erinnerte die Abgeordneten daran, dass für fast alle Staaten der Erde und in der Europäischen Union für alle mit Ausnahme Deutschlands ein Tempolimit gelte. "Es ist an Ihnen, diesen Rückstand aufzuholen", betonte er.