Unicef fordert mehr Investitionen in Vorschulbildung

epd-bild/Gudrun Petersen Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen beklagt globale Investitionslücken bei Bildungsangeboten für kleine Kinder.

09.04.2019

Unicef appelliert an nationale Regierungen, mehr Geld in die Vorschulbildung von Kindern zu investieren. Weltweit hätten mehr als 175 Millionen Kinder keinen Zugang zu einer vorschulischen Förderung, teilte Unicef Deutschland in Köln mit. Das sei rund die Hälfte der Mädchen und Jugend zwischen drei und sechs Jahren.

Bei der Vorstellung des Berichts "A World ready to learn" in New York wies Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore darauf hin, dass für Kinder ohne Zugang zu vorschulischer Förderung ein höheres Risiko bestehe, später Klassen zu wiederholen oder die Schule abbrechen zu müssen. Früh geförderte Kinder hingegen hätten eine doppelt so hohe Chance, schneller Lese- und Rechenkompetenzen zu entwickeln als ihre Altersgenossen ohne Vorschulbesuch.

Geld und Pädagogen fehlen

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen beklagt globale Investitionslücken im Bereich der Vorschulbildung. Im Jahr 2017 waren demnach weltweit durchschnittlich 6,6 Prozent der nationalen Bildungsetats für die Vorschulbildung vorgesehen. Fast 40 Prozent der Länder mit verfügbaren Daten sahen den Angaben nach allerdings hierfür weniger als zwei Prozent vor. Der höchste Anteil des Bildungsetats mit mehr als elf Prozent wird demnach in Europa und Zentralasien für die vorschulische Bildung ausgegeben.

Die Faktoren der finanziellen Situation der Familien, das Bildungsniveau der Mutter sowie Konflikte und Katastrophen im Land entschieden darüber, ob ein Kind Zugang zu vorhandenen Frühförderangeboten erhalte, erklärte Unicef. Dabei sei Armut der größte Einflussfaktor. In 64 Ländern der Welt sei die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder aus armen Familien Zugang zu frühkindlichen Bildungsprogrammen haben, sieben Mal geringer als bei ihren reicheren Altersgenossen.

Der Mangel an weltweiten Investitionen bedeute zudem einen Mangel an ausgebildeten Vorschulpädagogen, erklärt Unicef. In Ländern mit niedrigem beziehungsweise niedrigem mittleren Einkommen leben den Angaben zufolge zwar mehr als 60 Prozent der Kinder im Vorschulalter, aber nur knapp 32 Prozent aller Vorschulpädagogen. Mit Blick auf das Bevölkerungswachstum würden weltweit 9,3 Millionen neue Vorschulpädagogen benötigt, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung in diesem Bereich bis 2030 zu erreichen, hieß es.