Zahl der Cholerafälle in Mosambik steigt

epd-bild/Stefan Ehlert Die meisten Cholera-Erkrankten leben in der Hafenstadt Beira, die durch den Zyklon "Idai" Mitte März schwer zerstört wurde.

09.04.2019

Im Überflutungsgebiet in Mosambik ist die Zahl der registrierten Cholerafälle auf 3.500 gestiegen. Allein am Montag seien 400 neue Fälle erfasst worden, erklärten die Gesundheitsbehörden der Zeitung "O País" (Online) vom Dienstag zufolge. Die meisten Erkrankten leben demnach in der Hafenstadt Beira, die durch den Zyklon "Idai" Mitte März schwer zerstört wurde. Nach UN-Angaben wurden mehr als 593.000 Menschen gegen die Durchfallerkrankung geimpft. Cholera wird über verunreinigtes Wasser verbreitet, sauberes Trinkwasser ist in den vom Zyklon getroffenen Gebieten immer noch Mangelware.

Verteilung von Saatgut

Laut dem UN-Nothilfe-Büro (Ocha) haben im mosambikanischen Überflutungsgebiet mehr als 756.200 Menschen Lebensmittelhilfe erhalten. Wie die deutsche Welthungerhilfe erklärte, soll in Kürze die Verteilung von Saatgut beginnen, damit sich die Menschen bald wieder aus eigener Kraft versorgen können. Es sei jedoch unerlässlich, die hungernden Menschen zunächst mit Nahrung zu versorgen, weil sie sonst das Saatgut verzehrten.

Nach offiziellen Zahlen starben durch Sturm und Überflutung rund 900 Menschen in Mosambik, Malawi und Simbabwe, davon 602 allein in Mosambik. Doch wird die Zahl weit höher geschätzt: Hunderte Leichen sollen ins Meer gespült worden sein. Allein in Mosambik wurden 240.000 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Derzeit leben dort 142.000 Menschen in Auffanglagern.