Buchhandel kritisiert Prozess gegen Asli Erdogan

epd-bild/Heike Lyding "Der Prozess gegen Asli Erdogan ist eine Farce", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis.

09.04.2019

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels protestiert gegen den Prozess gegen die Schriftstellerin Asli Erdogan in der Türkei. An diesem Mittwoch werde in Istanbul der Prozess gegen die in Frankfurt lebende Autorin und acht weitere Journalisten und Verleger fortgesetzt, die für die kurdisch-türkische Zeitung "Özgür Gündem" gearbeitet haben, teilte der Börsenverein am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Unter den Angeklagten seien auch die Menschenrechtsaktivistin Eren Keskin und der Verleger Ragip Zarakolu. Asli Erdogan sei unter anderem wegen "terroristischer Propaganda" angeklagt.

"Der Prozess gegen Asli Erdogan ist eine Farce", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis. "Er zeigt, dass die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und die Verfolgung kritischer Stimmen in der Türkei unvermindert fortgeführt werden." Während viele Menschen in der Türkei nach Freiheit strebten, baue Präsident Recep Tayyip Erdogan das Land immer mehr zu einem totalitären Unrechtsstaat um. "Die Vorwürfe gegen Asli Erdogan sind haltlos und geradezu lächerlich", sagte Skipis. Die Betroffenen würden angeklagt, nur weil sie von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hätten.

Keine Kompromisse bei den Menschenrechten

Unzählige weitere Kritiker des Regimes der AKP-Partei wie der Verleger Osman Kavala säßen hinter Gittern und würden von der Anklage mit lebenslanger Haft bedroht. Der Börsenverein forderte die Bundesregierung auf, keine Kompromisse bei den Menschenrechten zu machen: "Setzen Sie sich für diese Menschen ein!"

Asli Erdogan wurde 2016 in Istanbul inhaftiert und nach mehr als vier Monaten wieder freigelassen. Der Börsenverein hatte sich im Rahmen seiner Kampagne "Für das Wort und die Freiheit" intensiv für ihre Freilassung eingesetzt. Im September 2017 erhielt sie eine Ausreisegenehmigung und lebt seither in Frankfurt am Main.