Zahl der Cholerafälle in Mosambik steigt

epd-bild/Stefan Ehlert Die Cholera breitet sich aus in den mosambikanischen Überflutungsgebieten. Der Impfstoff wirkt erst nach sieben Tagen. Zugleich fehlt es den Opfern des Zyklons "Idai" immer noch an Essen und Wasser.

09.04.2019

Trotz einer großangelegten Impfkampagne breitet sich im Überflutungsgebiet in Mosambik die Cholera weiter aus. Die Zahl der registrierten Fälle sei auf 3.580 gestiegen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in Genf mit. In sechs Fällen sei die schwere Durchfallerkrankung tödlich verlaufen. Allein am Montag wurden laut mosambikanischen Behörden 400 neue Cholera-Fälle erfasst, wie die Zeitung "O País" (Online) berichtete. Die meisten Erkrankten leben in der Hafenstadt Beira, die durch den Zyklon "Idai" Mitte März schwer zerstört wurde.

Nach Angaben von WHO-Sprecher Tarik Jasarevic erhielten in rund einer Woche 745.000 Menschen eine Cholera-Impfung. Rund 150.000 weitere sollen folgen. Der Schutz vor Ansteckung betrage damit 85 Prozent und halte sechs Monate, sagte Jasarevic. Allerdings entfalte der Impfstoff erst sieben Tage nach Verabreichung seine Wirkung. Aus diesem Grund steckten sich immer noch so viele Mosambikaner an. Zudem müsse eine bestimmte Menge von Menschen geimpft sein, um den Schutz zu entfalten.

Sauberes Trinkwasser immer noch Mangelware

Cholera wird über verunreinigtes Wasser verbreitet, sauberes Trinkwasser ist in den vom Zyklon getroffenen Gebieten immer noch Mangelware. Laut dem UN-Nothilfe-Büro (Ocha) haben in Mosambik mehr als 756.200 Menschen Lebensmittelhilfe erhalten.

Wie die deutsche Welthungerhilfe erklärte, soll in Kürze die Verteilung von Saatgut beginnen, damit sich die Menschen bald wieder aus eigener Kraft versorgen können. Es sei jedoch unerlässlich, die hungernden Menschen zunächst mit Nahrung zu versorgen, weil sie sonst das Saatgut verzehrten.

Nach offiziellen Zahlen starben durch Sturm und Überflutung rund 900 Menschen in Mosambik, Malawi und Simbabwe, davon 602 allein in Mosambik. Doch wird die Zahl weit höher geschätzt: Hunderte Leichen sollen ins Meer gespült worden sein. Allein in Mosambik wurden 240.000 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Derzeit leben dort 142.000 Menschen in Auffanglagern.