Altbundespräsident Gauck mit «Tutzinger Löwen» geehrt

epd-bild/Rolf Zoellner Mit der Auszeichnung werde Joachim Gaucks "herausragender Einsatz für Freiheit und Demokratie als Voraussetzung für ein Zusammenleben in Frieden und Solidarität" gewürdigt, sagte Udo Hahn, der Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing.

10.04.2019

Altbundespräsident Joachim Gauck ist am Dienstagabend mit dem "Tutzinger Löwen" der Evangelischen Akademie Tutzing ausgezeichnet worden. Mit der Bronzeplastik werde Gaucks "herausragender Einsatz für Freiheit und Demokratie als Voraussetzung für ein Zusammenleben in Frieden und Solidarität" gewürdigt, sagte Akademie-Direktor Udo Hahn bei einem Festakt in Tutzing. Joachim Gauck, der von 2012 und 2017 Bundespräsident war, trete leidenschaftlich dafür ein, "dass ein friedliches Miteinander von Verschiedenen in Deutschland und in Europa gelingen kann".

In seiner Dankesrede trat Gauck nachdrücklich für den Zusammenhalt der Gesellschaft ein. Die Migration vieler Menschen nach Deutschland habe zu zwei unterschiedlichen Gruppen in der Bevölkerung geführt. Während die einen die Zuwanderung als Bereicherung empfänden, betrachtete eine Minderheit die neue Situation mit Sorge. Angesichts dieser Entwicklung müsse das Verbindende innerhalb der Gesellschaft wieder in den Vordergrund rücken.

Toleranz und Weltoffenheit

Dazu gehöre auch, dass sich Minderheiten nicht aus dem gesellschaftlichen Diskurs zurückziehen und zu abgeschotteten "Kleinstgruppen" werden. In einer Demokratie müssten auch unterschiedliche Profile und Positionen ausgehalten werden. Die Grundlage einer funktionierenden Demokratie sei die lebendige, kraftvolle und argumentierende Auseinandersetzung, sagte der frühere Bundespräsident. Hass und Unmenschlichkeit müsse jedoch auch eine tolerante Mehrheit mit Intoleranz begegnen.

Die undotierte Auszeichnung des "Tutzinger Löwen" steht für Toleranz und Weltoffenheit. Der Preis ging in der Vergangenheit neben anderen an Charlotte Knobloch, Ex-Präsidentin des Zentralrats der Juden, an den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl und die FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher und zuletzt Ende 2017 an den Theologen Jürgen Moltmann.