Patientenbeauftragte: Kein Gesetz kann Bluttest vom Markt nehmen

epd-bild/Christian Ditsch Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke (CDU), hat sich für die Zulassung der vorgeburtlichen Bluttests als Kassenleistung ausgesprochen.

11.04.2019

Die Tests seien zugelassen, kein Gesetz könne sie wieder vom Markt nehmen, sagte sie am Donnerstag als erste Rednerin in einer Orientierungsdebatte zum Umgang mit den Tests im Bundestag.

Schmidtke verwies darauf, dass die Tests, die am Blut der Mutter untersuchen, ob das Kind eine Form der Trisomie hat, nicht das hohe Risiko haben wie eine Fruchtwasseruntersuchung. Es sei weder rational noch medizinisch oder ethisch zu erklären, für diesen Test andere Grenzen zu ziehen als die risikobehafteten Verfahren, sagte sie. Gleichzeitig betonte sie, es sei Aufgabe der Gesellschaft, für eine Atmosphäre zu sorgen, in der Behinderte nicht unter Druck gerieten.

Bluttests an Schwangeren seit 2012 zugelassen

Bluttests an Schwangeren, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Auskunft darüber geben, ob das ungeborene Kind eine Form der Trisomie - beispielsweise das Down-Syndrom - hat, sind seit 2012 zugelassen. Sie müssen von Müttern bislang aber privat bezahlt werden, während Verfahren wie die Fruchtwasseruntersuchung, die dies auch untersuchen, übernommen werden. Ob die Tests künftig Kassenleistung werden, wird derzeit vom zuständigen Gemeinsamen Bundesausschuss im Gesundheitswesen geprüft. Die Orientierungsdebatte im Bundestag soll dazu dienen, auszuloten, ob auch der Gesetzgeber dabei tätig werden soll.