Diese Woche neu im Kino

epd-bild/Wild Bunch Germany Vier interessante neue Filme im Kino - ausgewählt von der Redaktion von epd Film.

11.04.2019

"Hellboy - Call of Darkness" (USA 2019)

Eigentlich war es Hellboys Bestimmung, das Ende der Welt herbeizuführen. Doch sein Ziehvater Professor Broom erzieht ihn stattdessen zum Kämpfer für das Gute in einer Spezialeinheit gegen feindlich gesinnte paranormale Erscheinungen. In England bekommt er es mit der Blutkönigin Nimue und ihren Schergen zu tun und muss seine eigene dunkle Seite kontrollieren. Dem Reboot des Comic-Franchises, dessen erste zwei Filme von Guillermo del Toro inszeniert wurden, geht die Fähigkeit ab, Empathie für seine monströsen Protagonisten aufzubauen. Daher verkommt es zu einer größtenteils belanglosen Spezialeffekte-Schlacht.

Regie: Neil Marshall. Buch: Andrew Cosby, Mike Mignola. Mit: David Harbour, Milla Jovovich, Ian McShane, Daniel Dae Kim, Sasha Lane, Brian Gleeson. Länge: 120 Minuten. FSK: ab 16 Jahren. (epd)

"Dark Eden - Der Albtraum vom Erdöl"

In Fort McMurray, einem Ort inmitten der kanadischen Waldidylle, gibt es eines der größten Ölvorkommen der Welt. Allerdings muss es auf komplexe, gefährliche und rücksichtslos umweltverpestende Art aus einem teerhaltigen Sand gewonnen werden. Die Arbeiter dort verdienen ein Vermögen, riskieren aber auch die Gesundheit. Selbst apokalyptisch anmutende Katastrophen stoppen die Ölförderung nicht. Jasmin Herold spricht in ihrem Dokumentarfilm mit Bewohnern und fängt die absurde Poesie dieses Ortes ein, der von Profitgier regiert wird, Krankheiten hervorbringt und ästhetisch dennoch zu überwältigen weiß.

Regie und Buch: Jasmin Herold, Michael Beamish. Mit: Markus & Olga Hoormann, Robbie Picard, Barnabas Maria Akech, Kerry Hammond, Bryan Laboucan. Länge: 80 Minuten. FSK: ab 6 Jahren. FBW: besonders wertvoll. (epd)

"Border" (Schweden/Dänemark 2018)

Die Gabe, besonders gut riechen zu können, hilft Zollbeamtin Tina bei der Ausführung ihrer Arbeit im Hafengelände ungemein. Ihr nach konventionellen Maßstäben eigenartiges Aussehen mit geschwollenem Gesicht steht ihr im Sozialen allerdings im Weg. Eines Tages trifft sie auf Vore, der ihr ungemein ähnelt, zu dem sie sich hingezogen fühlt und der ihr die gemeinsame mystische Abstammung offenbart. Ali Abbasis Film, die große Entdeckung des letzjährigen Cannes-Festivals, verhandelt Ausgrenzung von Minderheiten und Wahrnehmung des vermeintlich Anderen mutig anhand märchenartiger Erzählelemente.

Regie: Ali Abbasi. Buch: Ali Abbasi, Isabella Eklöf, John Ajvide Lindqvist. Länge: 110 Minuten. Mit: Eva Melander, Eero Milonoff, Jörgen Thorsson, Ann Petrén, Stren Ljunggren. FSK: ab 16 Jahren. FBW: besonders wertvoll. (epd)

"Der Funktionär" (Deutschland 2018)

Andreas Goldstein widmet seinen Dokumentarfilm seinem verstorbenen Vater Klaus Gysi und der Deutschen Demokratischen Republik. In dieser brachte es der Vater seinerzeit zu einem der bedeutendsten Kulturpolitiker, zwischenzeitlich auch Kultusminister. Für seinen Sohn hatte der Vater, neben der Arbeit und etlichen Frauengeschichten, nicht viel Zeit. Der persönliche Zugang zu Familie und Staat, die Verzahnung von Privatem wie Historischem in einem Sammelsurium aus Fotografie-, Film- und Archivinhalten, erzeugt einen herausragenden dokumentarisches Filmessay.

Regie und Buch: Andreas Goldstein. Länge: 72 Minuten. FSK: ab 6 Jahren. (epd)