Kinderporno-Fall: Beschuldigter Logopäde war in weiterer Kita tätig

epd-bild / Rolf Zöllner Ob auch in der weiteren evangelischen Kindertagesstätte Missbrauch stattgefunden hat, ist unklar. Die Ermittler haben derzeit aber keine Hinweise darauf.

11.04.2019

Der im Würzburger Kinderporno-Fall inhaftierte Logopäde war noch an einer weiteren evangelischen Kindertagesstätte als Therapeut tätig. Das bestätigte das evangelische Dekanat Würzburg am Donnerstag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). "Wir haben alle unsere Kitas um Rückmeldung in dieser Sache gebeten", sagte Dekanin Edda Weise: "Uns ist bekannt, dass der Beschuldigte in einer weiteren Kita als Therapeut tätig war." Nach epd-Informationen handelt es sich um die evangelische Montessori-Kita der Erlöserkirche im Stadtteil Zellerau. Ob auch dort ein Missbrauch stattgefunden hat, ist unklar. Die Ermittler haben derzeit aber keine Hinweise darauf.

Details seien nicht bekannt

Der am 21. März festgenommene 37-jährige Logopäde soll über seine Anwälte verschiedenen Medienberichten zufolge schriftlich die Namen der Opfer und die Tatorte mitgeteilt haben - das konnte ein Sprecher der Zentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg allerdings nicht bestätigen. Er sagte lediglich, dass der beschuldigte Logopäde eine kurze Stellungnahme abgegeben habe, die jetzt ausgewertet werde. Details seien nicht bekannt. Auch zum Zeitraum, in dem die gefilmten und fotografierten Taten in der integrativen evangelischen Kita im Stadtteil Heuchelhof begangen wurden, machen die Ermittler keine Angaben.

Am Mittwoch hatten die Ermittler mitgeteilt, dass sie erste Opfer des Logopäden identifiziert haben. Mehrere der Jungen seien zweifelsfrei identifiziert worden. Bei diesen Missbrauchsopfern handle es sich um Kinder der evangelischen integrativen Kita im Stadtteil Heuchelhof. Der beschuldigte Logopäde, der seit 21. März in Untersuchungshaft sitzt, hatte die Kinder in der Kita auf freiberuflicher Basis behandelt. Die kinderpornografischen Aufnahmen seien auch in den Räumen der Einrichtung entstanden, hieß es. Die Soko "01-2019" arbeite nun an der Identifizierung weiterer Tatopfer und Tatorte.