Kretschmer: Kein Grund zur Skepsis bei Schülerprotesten

epd-bild/Matthias Rietschel Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (CDU) befürwortet die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future".

12.04.2019

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht "überhaupt keinen Grund, den Schülerprotesten skeptisch gegenüberzustehen". Er höre derzeit häufig, dass die Schülerinnen und Schüler die Schulpflicht nicht verletzen sollten. "Das finde ich ehrlich gesagt viel zu kurz gesprungen!", sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Kretschmer betonte: "Ich empfinde das nicht als zivilen Ungehorsam. Es ist eine Form von Artikulation, die Aufmerksamkeit erzeugen soll. So sind junge Leute eben. Ich halte das für sehr normal. Wir sollten das jedenfalls ernst nehmen." Die Landesregierung will am 22. Juni eine Klimakonferenz für sächsische Schülerinnen und Schüler veranstalten.

Kretschmer plädiert für Aktionsplan

"Wir sollten in die Gespräche reingehen und die Chance nutzen, dass sich junge Menschen für Politik interessieren", sagte Kretschmer. Bei der Klimakonferenz würden "die gleichen Experten dabei sein, die die Bundesregierung beraten haben - diesmal, um mit den Jugendlichen zu sprechen." Daraus solle am Ende ein Aktionsplan entstehen, der die Frage beantwortet: "Was können wir tun?". Für Christen sei es "eine Selbstverpflichtung, die Schöpfung zu bewahren". Es sollte aber für alle eine Selbstverständlichkeit sein.

Am Ende müsse es gelingen, "bei diesem so wichtigen Thema eine Versöhnung und einen gesellschaftlichen Konsens zu schaffen, auch zwischen Ökonomie und Ökologie", sagte Kretschmer weiter. Das sei mit dem Ergebnis der Kohlekommission erreicht worden - jedenfalls aus Sicht der etablierten Experten und Verbände.

"Aus Sicht der jungen Leute trifft das sicherlich nicht zu. Und gerade deswegen ist es gut, dass wir jetzt darüber reden", sagte Sachsens Ministerpräsident dem epd. Die Sanktionierung von Schülern, die wegen der Klimaproteste am Freitag dem Unterricht fernbleiben, sei jedenfalls ganz sicherlich nicht das Hauptproblem.